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Montag, 13. August 2007 um 18:00 Uhr |
Verschränkung: Und Blut soll dich verfolgen
Elizabeth Vogelsang ist tot, mit dem Gesicht nach unten treibt sie im Wasser und auf ihrem Schreibtisch wartet ihr Werk über Sir Isaac Newton darauf, die Welt der Wissenschaft zu erschüttern. In dieser Situation wendet sich ihr Sohn Cameron an seine Ex-Geliebte, die das Buch nach Elizabeths Notizen vollenden soll. Sie erfährt Erschreckendes, nicht nur über den großen Wissenschaftler...
Sir Isaac Newton, touristisches und historisches Aushängeschild für Cambridge, genialer Wissenschaftler und Denker, ist das Objekt von Elizabeth Vogelsangs Forschung. Ihr Buch soll sich auf Newtons Verstrickung in das alchemistische Netz seiner Zeit beziehen. Und sie stellt Fragen über ungeklärte Morde, die in Newtons Umfeld passierten und die ihm letzten Endes eine Anstellung an der Universität ermöglichten.
Doch nicht nur die vergangenen Morde halten Cambridge und Elizabeths Ghostwriter Dr. Lydia Brooke in Atem. Eine militante Gruppierung von Tierschützern treibt sich durch die ehrwürdigen Mauern, tötet Tiere von Befürwortern von Tierversuchen und terrorisiert ihre Familien. Ihr Losungswort ist eine scheinbar sinnlose Buchstabenfolge – sinnlos doch aufschlussreich, denn auf eben dieses Wort ist Lydia in Bezug auf Newton gestoßen. Bald glaubt sie, von einem weißhaarigen Mann in rotem Talar verfolgt zu werden.
Dass Autorin Rebecca Stott mit ihrem Cambridgeroman neue Maßstäbe setzen will, macht sie von der ersten Seite an klar. Sie wählt für die Beichte ihrer Protagonistin eine ungewöhnliche Form: die direkte Anrede. Lydia Brooke richtet ihren Bericht an ihren Geliebten Cameron, den Sohn ihrer toten Arbeitgeberin. Die Darstellung ihrer eigenen Entdeckungen und Gefühle wird darüber hinaus immer wieder durch Kapitel aus Elisabeths fiktivem Buch über Issac Newton durchbrochen, in dem historische Fakten und kluge Spekulation miteinander verwoben werden.
Doch nicht nur sprachlich, auch inhaltlich stellt Und Blut soll dich verfolgen ungewöhnlich hohe Anforderungen an die Aufmerksamkeit der Leser. Nicht nur werden von Anfang an eine relativ hohe Anzahl von Personen eingeführt, auch der Spannungsbogen erstreckt sich über mehrere Jahrhunderte und versucht, das scheinbar Zusammenhanglose in Verbindung zu setzen.Um das möglich zu machen, scheut die Autorin auch vor dem Einsatz von Geistern nicht zurück und fügt dem ohnehin komplexen Roman noch eine weitere Ebene hinzu.
Doch sollte sich der Leser von dieser Vielzahl von Möglichkeiten keinesfalls abschrecken lassen, denn Stott gelingt es meisterhaft, die verschiedenen Fäden zu verknüpfen und den Leser durch das Labyrinth von Schein und Sein zu geleiten. Bis zuletzt hält sie Okkultes und Reales in der Schwebe und ermöglicht dem Leser eigene Deutungsmöglichkeiten. Fügt man diesen Zutaten noch eine außerordentlich atmosphärische Sprache hinzu, die das derzeitige wie das historische Cambridge gleichermaßen zum Leben erweckt, so darf man sich auf ein Buch freuen, das wie geschaffen für ist für Liebhaber niveauvoller Erzählkunst.
Fazit: Atmosphärisch dichter Cambridgekrimi mit Elementen klassischer Schauerliteratur
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Rebecca Stott
Und Blut soll dich verfolgen
Originaltitel: Ghostwalk
Aus dem Englischen von Renate Orth-Guttmann
Blessing, August 2007
400 Seiten, gebunden, 19,95 Euro
ISBN-10: 3896673386
ISBN-13: 978-3896673381
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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 02. Oktober 2007 um 13:51 Uhr |