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Die Albtraumepidemie in Bramstock ist beunruhigend. Jeder an der Schule hatte einen verrückten Traum. Nur Jamie nicht. Er hat in der Schule keinen leichten Stand, zumal es zwei Jungen aus seiner Klasse auf ihn abgesehen haben. Einer von ihnen ist Michael. Ausgerechnet mit ihm müssen Jamie und Jinny ein Team bilden, um Masken zu fertigen. Jamie bekommt die Gipsform auf sein Gesicht modelliert. Hinter der Tiger-Maske versteckt, wehrt sich Jamie zum ersten Mal gegen Michael. Doch ohne, fühlt er sich wieder so schutzlos wie zuvor. Als er die fertige Maske später noch einmal aufsetzt, fühlt er sich tatsächlich für einen kurzen Moment wie ein Tiger. Niemand bemerkt etwas davon, außer Miss Lambent, die Kunstlehrerin. Zu Jamies Erstaunen hält sie ihn nicht für verrückt. Vielmehr glaubt sie, Jamie habe eine ganz besondere Gabe.
Miss Lambent erzählt Jamie von ihrem Maskenladen. Sie versteht es, Jamies Interesse zu wecken, so dass der Junge in den Laden kommt. Wohl fühlt er sich zwischen den ganzen Masken, die zu flüstern scheinen, allerdings nicht. Aber Miss Lambent will Jamie nicht gehen lassen, bevor er sich eine Maske ausgesucht hat. Als er das schließlich getan hat, verrät Miss Lambent ihr Geheimnis.
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Jamie wird klar, dass auch Miss Lambent sich hinter einer Maske verbirgt. Die nette Kunstlehrerin wie angenommen, ist sie jedenfalls nicht. Durch sie wird Jamie nun zu einem Zeitreisenden, der im 17. Jahrhundert als Tuareg auf einem Kamel durch die Wüste reitet oder der als Wikinger 1000 Jahre zurück in die Vergangenheit nach Grönland reist. Er soll dort etwas holen, dass Miss Lambents Jugend und ihre magischen Kräfte erhält. Doch ihre Untaten haben Auswirkungen auf Bramstock. Nicht nur, dass die Albträume kein Ende nehmen und manche Menschen in Depressionen verfallen. Immer wieder verschwinden Bewohner spurlos. So wie einst Jamies Vater.
In verschiedene Rollen zu schlüpfen, kann sich jedes Kind mit Fantasie gut vorstellen. Auch Jamie verändert sich dadurch. Der eher schüchterne Junge, dessen Stärken im Witze erzählen und Rätsel aufgeben liegen, muss nun aus sich herausgehen und sich selbstbewusst zeigen. Allerdings muss Jamie bald feststellen, dass es Miss Lambent, die ihrer Rolle als Lehrerin bald nicht mehr gerecht wird und stattdessen zur Hexe wird, gar nicht gut mit ihm meint. So bekommt auch der Leser zu spüren, das die Geschichte immer unheimlicher wird.
Die Autorin erzählt sehr gut. Man staunt über die Vielfalt an Charakteren, die alle gut ausgearbeitet sind. Inhaltlich überzeugt die Geschichte allerdings nicht ganz. Sie wirkt etwas gezwungen. Es wird schwierig für Kinder werden, den Sinn zu erfassen, auch weil manches nicht auf Anhieb nachvollziehbar ist.
Eben noch Handlanger der Hexe, ist Jamie plötzlich dazu berufen, die ganze Stadt zu retten. Er holpert durch Zeit und Raum und erlebt die unglaublichsten Abenteuer. Drei Aufträge für die Hexe muss Jamie abarbeiten und jedes Mal in eine neue Rolle schlüpfen. Diese Abenteuer könnten unterschiedlicher nicht sein und passen damit nicht zusammen.
Das Ende ist eine Überraschung und auch wieder nicht ganz nachvollziehbar. Die Geschichte wirkt hier wie abgeschnitten. Plötzlich fasst sich die Autorin ganz kurz. Das verstärkt den Eindruck, das man aus dem Stoff für dieses Buch mehr hätte machen können.
Jane Johnson
Herr der Masken
Übersetzt von Ilse Rothfuss
373 Seiten, gebunden
ab 10 Jahren
Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 3433478177
ISBN-13: 978-3473347810
Jamie Wave hat eine Begabung: Er kann Menschen zum Lachen bringen. Leider ist danach im Moment niemandem zumute. Denn die Einwohner von Bramstock werden von schrecklichen Albträumen geplagt - und immer mehr von ihnen verschwinden auf geheimnisvolle Weise. Doch dann entdeckt Jamie, dass er noch eine zweite Begabung hat: Mithilfe von Masken kann er in andere Zeiten und Welten reisen. Gefährliche Abenteuer voller Zauber und Magie stehen Jamie bevor. Und plötzlich hängt die Rettung seiner Heimatstadt ganz von ihm allein ab ...
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