Eigentlich besteht Invitas Leben aus einer einzigen Reihe von Katastrophen. Das wäre schon für ein normales junges Mädchen ein Problem, aber Invita ist Sklavin im Haus des Statthalters. Als auch noch einer ihrer Mitsklaven verschwindet, gerät Invita unter einen schweren Verdacht.
Wir befinden uns im dritten Jahrhundert in Trier. Das Land ist fest in römischer Hand, ihre Kultur, ihre Lebensweise und ihre Werte regieren. Das muss das Findelkind Invita am eigenen Leib spüren. Sie wird als Sklavin verkauft und landet schließlich im Haus des Statthalters, wo sie ihrem Ruf, ständig in Schwierigkeiten zu geraten, gerecht wird. Vor allem der Sklavenaufseher Celsus macht sich ein diabolisches Vergnügen daraus, sie für jede Unachtsamkeit zu bestrafen.
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Doch ihr Schicksal nimmt eine Wende zum Besseren, als Invita als der Tochter ihres Herrn zugeteilt wird. Die junge Frau, glückliche Verlobte des gutaussehenden Lucius, wirkt alles andere als glücklich. Ein Geheimnis scheint sie zu umgeben, und es ist nicht das einzige Geheimnis im Haus. Als auch noch einer von Invitas Mitsklaven von einem Botengang nicht zurückkehrt, gerät Invita in größte Schwierigkeiten.
Das Römische Reich mag untergegangen sein, aber der Rom-Krimi lebt! Zwar ist Maria Peters Fortunas Rache nicht in der Ewigen Stadt selber angesiedelt sondern in einem Trier unter römischer Herrschaft, aber das fällt eigentlich nicht auf, denn die Gesellschaft, die beschrieben wird, hat mit germanischen Sitten und Bräuchen nichts zu tun. So ist auch die junge Heldin, die Sklavin Invita, ein Mädchen, das zwar auf der Suche nach der eigenen Identität ist, von den Lesern aber durch und durch als Produkt der römischen Gesellschaft verstanden werden kann.
Dabei ist Invita als Hauptfigur und Erzählstimme so präsent, dass der Roman mit ihr steht und fällt. Sie ist ein Charakter, der zu allem eine Meinung und einen flapsigen Kommentar hat. Handlung, Schauplätze und Charaktere werden durch ihre Augen betrachtet. Wer sich mit dem frechen Sklavenmädchen anfreunden kann, der wird an dieser Sichtweise seine helle Freude haben, problematisch wird es erst dann, wenn man zu der Überzeugung gelangt, dass die Heldin sich allzu penetrant zwischen den Leser und die eigentliche Geschichte drängt.
Diese Geschichte verleugnet nicht den wissenschaftlichen Hintergrund der Autorin. Genau recherchiert und komplex konstruiert, hinterlässt sie am Ende den Eindruck, als habe Peters des Guten ein wenig zu viel getan. Dabei ist die Handlung nicht eigentlich unglaubwürdig, doch sie enthält so viele verschiedene Facetten, dass sie nur knapp an der Überfrachtung vorbeischrammt, und dass, obwohl es eigentlich sehr reizvoll ist, dass der Leser lange Zeit mit Invita im Dunklen tappt. Doch verglichen mit der geschickt aufgebauten Spannung kommt das Ende zu plötzlich. Dennoch ist damit zu rechnen, dass Invita sich ihre Fangemeinde aufbauen wird, auch wenn man ihr nahelegen könnte, auch einmal die Tugend des Schweigens zu üben.
Fazit: Gut recherchierter "Rom"-Krimi mit einer geschwätziger Heldin