spacer
spacer
Logo
tchibo.de



 
Hauptmenü
Startseite
Suche
Buch
Hörbuch
Film zum Buch
Vorschau
Videos
Magazin & Interviews
Autoren
Verlage
Forum
News
Service
Branchenbuch
Extras
Shop
Newsletter
Mediadaten/Werbung
Impressum
Newsletter
Wöchentliche Buchtipps, Buchpakete gewinnen & Neuigkeiten - Hier abonnieren

Hinweise zum Newsletterversand
Zu Google hinzufügen
Fügen Sie die literature.de-Rezensionen zu iGoogle hinzu
 

Startseite arrow Buch arrow Streifzüge durch das All: Forscher enträtseln ferne Welten

Streifzüge durch das All: Forscher enträtseln ferne Welten PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Heike Geilen, am 08-10-2008 09:00
Editorbewertung Keine Bewertung
Durchschnittliche Benutzerbewertung 10/10   (1 Stimme)
Favoriten 7

streifzuege_durch_das_all_120.jpgDie Windpocken unserer Sonne

Helmut Hornung unternimmt eine spannende, spielerische, gleichzeitig wissenschaftlich fundierte Reise in die Weiten unseres Weltalls. Dabei lässt er den jungen Leser das ein oder andere Mal über dessen Wunder staunen.

"Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; (...). Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht (...). Und Gott machte zwei Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere (...). Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere des Feldes (...). Und es geschah so."

Diese Worte aus dem Alten Testament, aufgeschrieben vor Tausenden von Jahren, bezeugen bereits die Ehrfurcht des Menschen vor unserem Leben spendenden Stern, der in steter Wiederkehr seine Kreise über das Firmament zieht - die Sonne. Nach Himmel und Erde werden zuerst Sonne und Mond geschaffen, dann erst Menschen, Tiere und Pflanzen.
Auch die Inka, Azteken oder Indianer Nordamerikas beteten mit der Sonne ihre Götter an. Die alten Ägypter entfalteten gar einen besonderen Sonnenkult.

Nun befasst sich Helmut Hornungs wunderbares Buch keineswegs mit übernatürlichen Wesen, Gottheiten oder Religion, sondern der 1959 geborene Autor und leitender Wissenschaftsredakteur der Max-Planck-Gesellschaft, möchte Kindern ab zwölf Jahren Astronomiekenntnisse vermitteln und ein bisschen von seinem Enthusiasmus übertragen. Bereits 1993 wurde er mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis für das beste Jugendsachbuch ("Safari ins Reich der Sterne") ausgezeichnet.

Anzeige

Mit "Streifzüge durch das All" ist ihm ein weiterer Treffer gelungen. Hornung versteht es großartig, Astronomie als äußerst lebendige Wissenschaft darzustellen. Fasziniert und spannend verfolgt der Leser die Reise zu den Grenzen und "Veränderlichkeiten" von Raum und Zeit. Meinte man noch vor vier Jahrzehnten, dass das Weltall gerade mal acht Milliarden Jahre alt sei, ist man sich heute ziemlich sicher, dass es bereits 13,7 Milliarden Jahre "auf dem Buckel hat". "Gut gehalten!", möchte man da spontan ausrufen.

Die Sonne und ihre Geschwister

Doch zurück zur Sonne. Eines der neun Kapitel widmet Hornung unserem Muttergestirn, ohne den es kein Leben auf der Erde gäbe, ja ohne den die Erde gar nicht existierte. "Denn unser Planet und sein Mutterstern wurden beide in ein und derselben Urwolke geboren.", erklärt der Autor. Er berichtet von periodisch auftretenden "Windpockenanfällen" - den Sonnenfleckenzyklen - der heißen Gaskugel (5.500 Grad Celsius an ihrer Oberfläche, 15 Millionen! Grad im Inneren), von ihrem Lebensmotor - der Atomfusion mit dem Namen "Proton-Proton-Zyklus" oder fühlt ihren "Puls".
Wie die Sonne (analog auch ihre unzähligen "Geschwister") überhaupt entstanden ist, weiß Helmut Hornung ebenfalls überaus anschaulich in Szene zu setzen:

"Vor fünf Milliarden Jahren bin ich zur Welt gekommen. Meine Geburt verlief ganz merkwürdig. Zunächst gab es da eine riesige Wolke. Sie bestand zu mehr als 70 Prozent aus Wasserstoff und zu rund 28 Prozent aus Helium. Man muss nämlich wissen, dass diese beiden Elemente im Universum am häufigsten vorkommen. (...) Plötzlich verspürte ich einen Druck. Ich verkrampfte mich noch einmal. Dann war alles vorbei. Ich atmete, mein Herz schlug ruhig und gleichmäßig. Ich begann selbstständig zu leben. Tief in meinem Herzen hatte die Kernfusion gezündet, verbrannte jetzt Wasserstoff zu Helium. Meine Geburt dauerte nicht allzu lange, nur einige Dutzend Millionen Jahre. (...) Krank war ich noch nie. Mein Fusionsreaktor arbeitet tadellos. Ich kann nicht klagen, sitze ich doch ganz sicher auf meinem Posten im Hertzsprung-Russell-Diagramm auf der Hauptreihe.
Oh, Verzeihung, ich werfe mit Fachausdrücken um mich. Hertzsprung-Russell-Diagramm? Was soll das denn sein? Das muss ich erklären! ..."

Auch wenn die Lektüre auf Grund der tiefgreifenden wissenschaftlichen Thematik äußerste Konzentration erfordert, weiß der Autor sie immer aufzulockern und gut verständlich darzubieten. Kleine lustige Einsprengsel oder fiktionale Geschichten, die im Science-Fiction-Bereich angesiedelt sind bzw. den Leser in die Vergangenheit "beamen", sorgen für kurzweiligen Lesegenuss. Interessante Verweise zu aktuellen Themen verursachen eine unwiderstehliche Sogwirkung.

Pulsare und Quasare gekonnt erklärt

Hornung startet sein Buch mit der im Frühjahr 2007 in allen Medien verkündeten Schlagzeile: "Zweite Erde entdeckt!" Der angeblich erdähnliche Planet Gliese 581 sorgte für diesen elektrisierenden Wirbel, der sich mittlerweile als doch nicht so vielversprechend erwies.
Weiter geht es mit dem Aufbau unseres Sonnensystems, zu dessen einzelnen Planeten jeweils ein kurzer Abstecher unternommen wird. Der Autor erläutert wissenschaftlich fundiert, aber immer anschaulich und verständlich, den Aufbau unserer Galaxie - der Milchstraße -, welche Sternbilder den Himmel in den jeweiligen Jahreszeiten beherrschen, wie Temperatur, Masse und Entfernung der einzelnen Sterne ermittelt werden kann, was rote Riesen oder weiße Zwerge sind oder was man sich unter dem Sog eines mörderischen Staubsaugers - dem schwarzen Loch - vorstellen muss. Newtonsches Gravitationsgesetz, die Rotverschiebung des Lichts, Absorptionsspektrum, Pulsare und Quasare oder die kosmische Inflation sind hernach keine großen Unbekannten mehr.

Im letzten Kapitel mit dem Namen "Woher kommen wir? Wohin gehen wir?" versucht der Wissenschaftsjournalist gar Fragen solcher Art zu beantworten: Wie ist das All beschaffen? Wie ist es entstanden? Warum ist der Kosmos so groß wie er ist? Was zeichnet die dunkle Energie und Materie aus? Wird in 10 hoch 100 Jahren (eine Eins mit 100 Nullen!) unser Universum wirklich seinen Geist aushauchen?

Eine Unmenge an, zum Teil farbigen Bildern und anschaulichen Illustrationen von Uwe Klindworth sorgen für zusätzliche Abwechslung und dienen dem tieferen Verständnis. Jedes Kapitel endet mit dem sogenannten "Astrotipp", der vertiefende Informationen zu praktischen Anwendungsmöglichkeiten bereithält.
Im Anhang ist der Plan der Astronomie-Ausstellung im Deutschen Museum München sowie ein Astro-Quiz zu finden, der das gelesene Wissen auf den Prüfstein stellt. Literaturhinweise, Internetadressen für Surfer und ein ausführliches Register ergänzen dieses vorbildliche und empfehlenswerte Buch.

Fazit:

"Die Atome unseres Körpers stammen aus dem Innern eines Überriesen und wurden bei einer Supernova freigesetzt. Diese fremden Sonnen mussten sterben, damit der Mensch geboren werden konnte. Unsere Wiege steht im All. Wir sind Kinder des Kosmos!", schreibt Helmut Hornung in seinem großartigen Sachbuch für Kinder ab 12 (besser 14) Jahren. Er weiß unser Universum auf reichlich 300 spannenden Seiten großartig zu erklären.
Ein äußerst empfehlenswertes Jugendbuch, das dem interessierten Erwachsenen ebenfalls einiges Wissenswerte zu bieten hat.

 

Bibliographische Angaben


Helmut Hornung
Streifzüge durch das All: Forscher enträtseln ferne Welten
DTV, Oktober 2008
319 Seiten; broschiert; 12,95 EURO
ISBN-10: 3423623705
ISBN-13: 978-3423623704

 

 

 

 

 

 

Klappentext

Die Sterne sind so ungeheuer weit weg und den Menschen doch jede Nacht so nah. Aber sie sind keine strahlenden Punkte am Himmel. Ein paar davon sind Planeten wie die Erde, die meisten aber riesige Gasbälle wie unsere Sonne. Wie bewegen sich diese Planeten und Sterne? Wie werden sie geboren? Wie sterben sie? Was Menschen über diese fremden Welten durch die Jahrhunderte bis heute erforschen konnten, erzählt dieses Buch spannend und verständlich.

 


Letztes Update: 09-10-2008 09:05

Veröffentlicht in : Buch, Kinder-/Jugendbuch
Schlüsselworte : Helmut Hornung, Sonne, Universum, Sterne, Sternbilder, Weltall,
Artikel zitieren Zu meinen Favoriten hinzufügen An Freund senden Ähnliche Themen

Benutzerkommentare (1) RSS feed Kommentar
10/10
Geschrieben von Trekkie, am 12-10-2008 09:39, , Registriert
1. Wunderbare Rezension
Leider habe ich schon zuviele dieser Bücher gelesen, die mich als Kind tief berührten. Poetisch fand ich auch den Standpunkt (in einem Film), wo ein junger Mann seiner wesentlich älteren Geliebten erklärt, dass die Atome, aus denen ihre Körper bestehen zur selben Zeit entstanden, und sie so beide in Wahrheit dasselbe Alter haben.
 
» Diesen Kommentar dem Administrator melden
» Antworte auf diesen Kommentar...

Nur registrierte Benutzer können einen Artikel kommentieren. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich.

Fügen Sie Ihren Kommentar hinzu



mXcomment 1.0.6 © 2007-2008 - visualclinic.fr
License Creative Commons - Some rights reserved
< Zurück   Weiter >
spacer
Suche
Anzeige

Ihre Anzeige hier
Anmeldung
Warum anmelden?
Mehr erfahren...
Statistik

9.381 Rezensionen, 1.531 Autorenporträts,  1.947 Clubmitglieder, uvm.

Wer ist Online
Aktuell sind 544 Gäste online und 1 Mitglied online
Ähnliche Themen
Forum
Anzeige
RSS-Feeds


Hörbücher hier herunterladen!

Impressum  |  Kontakt  |  AGB  |  Blog  |  FAQ  |  Werben auf literature.de  |  Presse  |  Jobs  |  RSS-Feeds

Partner: frueherlesen | blaetterrauschen | Zu Google hinzufügen

© 1998-2008 literature.de - literaturschau-mediendienst und content-newmedia.de  |  litstats

Alle Rechte vorbehalten - kein Teil der Inhalte darf auf anderen Seiten / in anderen Medien ohne Zustimmung von literature.de verwendet werden!

Empfehlungen:

spacer