Der 13-jährige Mel ist talentiert. Doch da er aus einer armen Familie stammt, wird er wohl einmal Weber werden, wie sein Vater. Herr Theum will das nicht hinnehmen, er nutzt Kontakte, um seinen Schützling voranzubringen. So soll es Mel ermöglicht werden, bei dem berühmten Maler Ambrosius Blenk zu lernen. Doch Mels Vater ist dagegen.
Bei einem Überfall im Tempel geraten Mel und Fran Theum in große Gefahr. Der Großvogt der Fünften Gilde hat es auf die beiden abgesehen, weil Mel sich das Recht herausgenommen hat, mit Farben zu malen. Ein Recht, das nur die Gilde hat und teuer verkauft. Für den Diebstahl sollen der Priester und der Junge bestraft werden. Da können auch die dazugekommenen Eltern Mels nichts dagegen ausrichten. Dirk Tot, ein Beauftragter von Ambrosius Blenk, kommt gerade noch zur rechten Zeit. Er erklärt, Blenk habe bereits für Mels Rechte bezahlt, weil Mel sein Lehrling ist.
Nun muss Mel doch nach Vlam gehen. Das Leben als Lehrjunge gefällt ihm, auch wenn anfangs ein Missgeschick vom nächsten abgelöst wird. Auch dass er feststellen muss, dass einiges nicht mit rechten Dingen zugeht, verunsichert ihn. Es dauert auch nicht lange, bis die Fünfte Gilde ihm wieder auf den Fersen ist. Und doch findet Mel Freunde im Lehrjungen Ludo und der Küchenmagd Wren. Er vertraut sich den beiden an, die bereit sind, die Rätsel mit ihm zu lösen. Über geheime Dienstbotengänge kommen die Freunde auch in das Privatatelier des Meisters und beobachten, wie der Meister in einem Bild verschwindet. Die Welt innerhalb der Bilder heiß Mirrorscape. Und auch den drei Freunden gelingt es bald, diese gefahrvollen Bilderwelten zu betreten.
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Bis hierher ist das Buch wirklich ausgesprochen spannend und fesselnd. Als sich die Handlung in die Welt der Bilder hinein verlagert, wird es allerdings kompliziert. Es fällt nicht immer leicht, dem Autor zu folgen und sich auf sein fantasievoll Ausgedachtes einzulassen. Teilweise kann man nicht verstehen, warum die Kinder so handeln, wie sie es tun. Es gibt zu viele Zufälle und Ungereimtheiten in der Handlung. Nicht selten verhalten die Kinder sich zu wagemutig, als würden sie Gefahren nicht erkennen können. Dabei sind die Kinder alles andere als dumm.
Aber die Charaktere wirken ohnehin nur wie Figuren, die recht unüberlegt agieren. Sie sind von ihren Eigenschaften her zu wandelbar, haben keine greifbare Persönlichkeit. Sie scheinen beliebig austauschbar zu sein, so dass man sich nicht mit ihnen identifizieren kann. Dabei ist die Idee zum Buch gar nicht schlecht. Die Vorstellung in Bilderweilten eintauchen zu können, hat etwas. Allerdings ist die Umsetzung nur teilweise gelungen. Es fällt sehr schwer, das Buch bis zum Ende durchzulesen. Lust auf den zweiten Band der Trilogie macht das nur bedingt.
Mike Wilks MirrorScape – Gefangen im Reich der Bilder Deutsch von Bettina Münch
Verlag Friedrich Oetinger
448 Seiten, gebunden, 17,90 Euro
ab 12 Jahren
ISBN-10: 3789151254
ISBN-13: 978-3789151255