Als die Großmutter der kleinen Eva unter Hexenverdacht gerät, flüchtet sie in einen einsamen Bergkessel, der Heimliche Grund genannt. Eva bleibt beim Bruder der Großmutter. Als die alte Frau nach über einem Jahr zurückkehrt, ist sie nicht allein. Sie hat ein Kind dabei. Peters Mutter ist gestorben. Der Junge fügt sich gut ins Familienleben ein, freundet sich mit Eva an und nimmt ihr die Einsamkeit. Die Familie hat nicht lange Ruhe. Bald flammt der Hexenverdacht wieder auf. Diesmal fliehen alle gemeinsam. Wieder in den Heimlichen Grund.
Der Weg durch die Schlucht muss mitten in einem Gewitter gemeistert werden. Die beiden Alten überleben nicht. Der Rückweg wird durch das Unwetter abgeschnitten. Peter und Eva sind von nun an auf sich gestellt. Es ist ihnen nur das nackte Leben geblieben, sie besitzen nichts. Peter ist sich seiner Verantwortung bewusst, er macht es sich zum Ziel, für Eva zu sorgen. Die Natur hat den Kindern viel zu bieten. Und die beiden haben das Wissen geerbt, dass sie brauchen, um überleben zu können. Anfangs hausen sie wie einst die Urmenschen, doch schnell entwickeln sie sich weiter.
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Blickt man aus heutiger Sicht auf den Klassiker ist es, als sieht man durch die rosarote Brille auf die Idylle im Tal. Wirkliches Unheil droht den beiden nicht. Natürlich sind sie Gefahren durch das Wetter, wilde Tiere und Mangel an Lebensmitteln im Winter ausgesetzt, doch all diese Unwägbarkeiten werden gemeistert. Zwischen Peter und Eva spielt sich bald ganz von selbst das klassische Rollenverhalten ein. Sie hütet das Haus, er geht auf die Jagd. Obwohl die Kinder noch nicht groß sind, können sie auf ihre Intuition und ihre Instinkte vertrauen. Jahr für Jahr bessert sich ihr Leben. Kleine und größere Rückschläge werden als Ansporn genommen. Beide nehmen ihr Schicksal mit Gelassenheit auf und hinterfragen es nicht. Der Kontakt zu anderen Menschen fehlt ihnen in keiner Weise.
Die Entwicklung des Menschen spielt sich im Zeitraffertempo ab. Man kann das gut nachvollziehen. Der Autor schildert dies sehr detailreich, lässt dabei aber die Gefühle seiner Protagonisten teilweise aus den Augen. Die Bewunderung des Lesers ist ihnen trotzdem sicher. Auch wenn der Schreibstil des Autors nun etwas altmodisch klingt, ist das Buch eine spannende Lektüre. Man kann sehr gut nachvollziehen, wie der Mensch sich entwickelt hat, wie Erfindungen und Entdeckungen zustande gekommen sind.