Ein polnischer Erntehelfer mit eingeschlagenem Schädel, ein übereifriger Student mit Romanambitionen, ein cholerischer Gemüsegroßhändler, ein Mann mit Vollbart und ein paar gefräßige Wildschweine – alle scheinen sich dagegen verschworen zu haben, dass Kommissar Palzki endlich ein ruhiges Wochenende mit seinen Kindern verbringt, sehr zum Ärger seiner geschiedenen Frau!
Kommissar Palzki kennt seine Pflichten als Vater, auch wenn seine Frau Stefanie und er nicht mehr zusammen leben. Er sieht seine Kinder regelmäßig, stopft sie nicht mit Süßigkeiten und Fast Food voll und ist auch sonst ein Vorbild – jedenfalls in der Theorie. In der Praxis ist er ein vielbeschäftigter Kriminaler, der immer dann zu einem Tatort gerufen wird, wenn ein Besuchswochenende ansteht. So auch jetzt. Einem polnischen Erntehelfer mit erstaunlich sauberen gepflegten Händen ist der Schädel eingeschlagen worden.
Im Gemüsegroßmarkt "S.R. Siegfried" muss Palzki dann endgültig Abschied von der Vorstellung nehmen, dass Gemüse gesundheitsfördernd ist. Die Arbeiter leben in Containern ohne Krankenversicherung und ab und zu verschwindet auch mal einer. In einer eher unfreiwilligen Zusammenarbeit mit dem übereifrigen Studenten Dietmar stürzt Palzki sich in die Ermittlungen, während die lieben Kleinen daheim seine Wohnung zerlegen. Doch dann wird ein zweiter Toter gefunden – in einem Wildschweingehege.
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Treuen Lesern der regionalen Tageszeitungen um Schifferstadt ist der schrullige Kommissar Palzki längst ein Begriff, nun macht sein geistiger Vater Harald Schneider sich daran, ihn auch einem größeren Publikum vorzustellen. Dass dieses Experiment glückt, liegt an der Mischung aus lakonisch-witziger Sprache und teilweise wirklich origineller Figuren. Der Protagonist, der auch als Ich-Erzähler in Erscheinung tritt, schildert die Dinge aus einer pragmatischen Sicht, der trotz aller Widrigkeiten Humor und Biss nicht fehlt.
So gelingt auch das, was oft bei modernen Krimis scheitert, nämlich die Balance des Falls mit dem recht breit angelegten Privatleben des Kommissars. Zwar ist Palzki ein moderner Mann, sprich, er lebt getrennt und muss sich mit Wochenendbesuchen der Kinder herumschlagen, doch dies mündet nicht in einer wehleidigen Erörterung über seine privaten Probleme, sondern regt immer wieder zum Lachen und Mitfühlen an, da dem Erzähler selber jede Sentimentalität fehlt.
Dies überträgt sich auch auf die anderen Figuren, allen voran Dietmar Becker, dessen Drang einen Kriminalroman zu schreiben, Palzki immer wieder in den Wahnsinn treibt, der aber andererseits beinahe in einer Art von "Buddy"-Freundschaft endet. Abgerundet wird das sympathische Ensemble noch von dem pälzisch mümmelnden Vollbart, der so manchen Leser zur belustigten Verzweiflung treiben wird. Dass auch das Lokalkolorit nicht zu kurz kommt, mag Leser aus der Gegend zusätzlich motivieren, den Roman zu lesen, die anderen sollten sich an diesen beschreibenden Passagen nicht stören, auch wenn sie nicht direkt der Handlung dienen.
Fazit: Liebevoller Pfalzkrimi mit originellen Figuren und witzigem Erzählton