Große Füße und der Name Willibald Adrian Metzger machen einen Jungen fast zwangsläufig zum Außenseiter. Doch irgendwann sind auch die vergangenen Qualen und die alten Peiniger nur noch eine Erinnerung. Willibald ist dankbar dafür, doch dann stolpert er im Park plötzlich über eine Leiche, die er kennt. Es ist einer derjenigen, die ihn damals so gnadenlos gequält hatten. Als er aber die Polizei verständigt – auch das ein Wiedersehen mit der Vergangenheit – ist der Tatort leer.
Der Restaurator Adrian ist bereit, alles auf sich beruhen zu lassen, doch als er heimkehrt, stellt er fest, dass jemand in seine Werkstatt eingebrochen und eine Nachricht für ihn hinterlassen hat, und auch die weist auf einen Zusammenhang mit seiner alten Klasse hin. Widerwillig nimmt er die Ermittlungen auf, und plötzlich sind die verdrängten Geister wieder lebendig. Einziger Lichtblick ist die Begegnung mit einer Frau, die schon im zarten Knabenalter seine Phantasie entzündet hatte: die Putzfrau.
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Das erste, was beim Lesen von Thomas Raabs skurrilem Kriminalroman Der Metzger muss sterben auffällt, ist wahrscheinlich der Stil, und an dem werden sich die Geister scheiden. In perfekt nachgeahmter gesprochener Sprache mit starkem österreichischem Flair wird der Leser eingeladen, den verschlungenen Gedankengängen des eigenbrötlerischen Protagonisten Adrian Willibald Metzger zu folgen. Das bricht natürlich mit herkömmlichen Leseerwartungen, ist aber in seiner Eigenwilligkeit durchaus reizvoll, zumal diese Art der sprachlichen Gestaltung gut zu dem absonderlichen Figurenkabinett passt, das sich hier im Dunstkreis Schule versammelt.
Auch das Thema ist geeignet, den Leser anzusprechen. Jeder von uns war auf Schule, und jeder von uns ist von dieser Zeit auf die eine oder andere Weise geprägt worden. Wenn Adrian sich also halb verlegen, halb trotzig seinem ehemaligen Direktor stellt, der in ihm immer noch den kleinen Jungen sieht, oder wenn er die alten Wunden aufarbeitet und herausfindet, dass nichts so war, wie es damals den Anschein hatte, dann kann man sich in diesem intelligenten, unbeholfenen Mann gut wiederfinden. Dass der Fall dabei fast in der sanften Groteske untergeht, ist ein Nebenprodukt, über das Figuren und Stil mehr als hinweghelfen – wenn man sie denn mag.
Fazit: Intelligente Abrechnung mit der Vergangenheit in eigenwilliger Form präsentiert