Ein einziger Blick auf Kaiser Friedrich reicht aus, um in Bianca die Überzeugung zu wecken, dass dieser Mann die Liebe ihres Lebens ist. Doch welche Möglichkeit sollte sie, eine einfache Adlige, die zudem noch auf der Flucht ist, haben, den Kaiser persönlich zu treffen. Bianca ahnt nicht, welch abenteuerliches Schicksal sie und diesen Mann wieder zusammenführen wird.
Die freiheitsliebende piemontesische Gräfin Bianca ist entsetzt, als ihr Bruder Manfred ihr eröffnet, dass er sie mit dem reichen, aber abstoßenden Grafen Pucci verheiraten wird. Doch als ihr Verlobter versucht, sie mit Gewalt zu nehmen, wehrt sie sich – und verwundet den Mann schwer. Zusammen mit dem Falkner Lorenzo und ihrer Amme Giovanna flieht sie vor der gnadenlosen Rache ihres Bruders, der ihr auch gleich den grausamen Heinrich von Passau hinterherschickt. Verkleidungen, Kämpfe und Flucht prägen fortan ihr Leben, bis ein Schiffbruch sie direkt in den Harem des Sultans spült.
Der Stauferkaiser Friedrich II. hat viele Feinde, sowohl weltliche als auch geistliche, und das ist kein Wunder, denn dieser Mann hält sich an keine Regel. Nach orientalischem Vorbild hält er sich einen Harem, sein engster Vertrauter ist Karim an-Nasir, ein Arzt der Ungläubigen, und außerdem ist er gebildet. Doch er ist nicht glücklich an der Seite einer Frau, die ihn fürchtet, und mit einem Sohn, der ständig gegen in intrigiert. Doch ein Geschenk des Sultans verändert sein Leben – es ist eine wunderschöne Frau. Bianca und Friedrich entflammen sofort füreinander, doch der Standesunterschied stellt für beide eine große Belastung dar.
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Die Mätresse des Kaisers ist eine fiktive Biographie über die Frau, deren Existenz zwar historisch verbürgt, über die aber nichts bekannt ist. Susanne Stein hat diese Lücke nun mit prallem, publikumswirksamem Leben gefüllt. Ihre Bianca ist eine Frau, die zwar Schwächen hat, die aber trotz allem immer bereit ist, für ihre Glück, ihre Freiheit und ihre Liebe zu kämpfen. So führt ihr Weg sie durch Orient und Okzident eines bunten 12. Jahrhunderts, in Pilgerreisen, Schiffsunglücke und Haremsdamen sich die Klinke in die Hand geben.
Wenn man darüber hinwegsieht, dass Bianca mit ihrer kämpferischen, mitunter sehr modernen Denkweise so sicher nicht existiert haben kann, bleibt ein unterhaltsamer Liebes- und Abenteuerroman mit einem farbenfroh ausgestatteten Hintergrund, vor dem die Figuren agieren. Allerdings würde man sich wünschen, dass einzelne Höhepunkte stärker herausgearbeitet worden wären. Eine herausragende Episode jagt die andere, so dass manches in der Fülle einfach untergeht, zum Beispiel das eigentliche Zusammenfinden der Liebenden.
Auch die Schurkenfiguren bleiben erstaunlich blass. Heinrich von Passau ist zwar grausam, aber er ist eben nur das, und so jagt er Bianca als finstere Nemesis hinterher, aber immer sicher in einem Schritt Abstand. Interessanter ist da schon Manfred, dem Stein eine Wandlung, und damit auch charakterliche Tiefe zugesteht. Von diesen Ansätzen hätte man sich mehr gewünscht, so herrscht aber eine gewisse einseitige Überzeichnung in der Figurendarstellung vor.
Fazit: Praller historischer Roman, der ganz auf die starke Heldin zugeschnitten ist