Die Unterscheidung der Küche nach regionalen und lokalen Besonderheiten schlägt sich auch in den Kochbüchern nieder und sie wirken authentisch, je mehr sie sich auf eine Region beschränken, so wie das Toskana Kochbuch von Sara Vignozzi und Gabriella Ganugi, das im Kaleidoskop- Verlag erschienen ist.
In einer kurzen Einführung erzählen die Autorinnen von den Ursprüngen der toskanischen Küche, die sie geschichtsbewusst und stolz bis auf die Etrusker zurückführen. Entscheidend ist jedoch die Tatsache, dass die Küche- wie auch die anderer Regionen- eine Armenküche war und ist, reich an Rezepten, in denen Reste ( zum Beispiel Brot für die Panzanella) oder auch billige Zutaten wie Zwiebeln verwendet werden, die durch die Art der Zubereitung zu Köstlichkeiten geadelt werden( Cipolle alle grossetana).
Natürlich gehört gutes Olivenöl zu den unverzichtbaren Grundlagen einer so abwechslungsreichen wie wohlschmeckenden Küche dazu. Die Tomaten, die zumindest früher bei den Bewohnern im Vorgarten reiften, sind ebenfalls nicht wegzudenkender Bestandteil vieler Rezepte. Dazu kommen Gewürze, auch das Fleisch vom Hasen und Wildschein und schon läuft den Feinschmeckern das Wasser im Munde zusammen.
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Oft verblüfft die Art der Zubereitung, beispielsweise, wenn die Bohnen in der Flasche gegart werden, wie man das früher machte, als die Glut des Holzkohlenfeuers die Nacht über wärmte. Viele der in dem Buch vorgestellten Gerichte sind an die Saison gebunden, zum Beispiel die Schacciata con l’uva, der Kuchen mit den frischen Weintrauben, der zur Weinernte gebacken wird, oder die Gerichte aus frischen Kastanienmehl für die schon kühlen Herbstabende. Alles sind Gerichte, die mit Sorgfalt und Liebe zubereitet werden, aber mit frischen Zutaten durchaus auch unerfahrenen Küchenfeen gelingen können.
Es sind Rezepte, die den Duft von Sommer und Süden in sich tragen, die an Urlaub erinnern und zu denen der wunderbar schwere Chianti gehört. Es sind Gerichte, deren Geschmack Bilder von den sanften Hügeln der Toskana vor dem inneren Auge entstehen lässt und wohl auch deshalb haben die Autorinnen das Kochbuch mit kurzen Kapiteln über Festtage und Traditionen, die Weine der Toskana und die Liebe zu Brot und Pasta und jeweils stimmungsvolle Fotos ergänzt. Es sind vor allem Gerichte, die Gedanken an Diät ad absurdum führen und den Genuss und die Freude an schönem Essen hochleben lassen.
Sicherlich, es gibt prachtvollere Bücher als dieses, es gibt brillantere Fotos- aber es gibt möglicherweise keine bessere und bodenständigere Küche als die der Toskana und sie kann nicht oft genug gepriesen und beschrieben, vor allem nicht oft genug gegessen werden. Sie ist immer köstlich, die Bücher darüber ebenfalls. Also, Guten Appetit!