Der Autor hat hier einen Roman sehr anrührender und mitreißender Art verfasst. Es ist die Geschichte seines Vaters und seines Onkels um 1940 herum. Sie geraten unversehens in den Widerstand Frankreichs gegen die Nationalsozialisten im 2. Weltkrieg. Voller Hoffnung, voller Zuversicht und voller Energie bekämpfen die Jungen mit vielen Anderen die Deutschen Besatzer.
Für jeden getöteten der ihren wollen sie sich durch den Tod an einem Feind rächen. Dabei stellen sie sich nie die Frage, ob ihr Morden immer gerechtfertigt ist. Zu sehr sind sie in der Struktur des von der Bevölkerung undifferenzierten und anerkannten Heldentums verwoben, als dass sie zwischen Schuld, Teilschuld oder gar Unschuld unterscheiden könnten.
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Doch wer vermag das Handeln der Unterdrückten schon beurteilen oder gar verurteilen. Als im Frieden aufgewachsener Bürger steht einem das wohl nur bedingt zu. Fragen, ja fragen muss man sich das aber sicher immer wieder. Der Autor hilft dazu wenig, denn in geradezu von Außen betrachtender Weise schildert er die Vorgänge und Aktivitäten seiner Verwandtschaft, immer aber auch so, dass die Gefühle und Emotionen der Jungen nachvollziehbar werden.
So gelingt es ihm ausgezeichnet, dass man sich geradezu zugehörig den Gruppen des Widerstandes fühlt, jede Tat und jeden Anschlag versteht, ängstlich gar mit fiebert, ob die Bomben auch rechtzeitig hochgehen und vor allem "gerecht" wirken. Interessant, dass einem aufgrund der Kenntnis Deutscher und Französischer Geschichte das 5. Gebot geradezu verloren geht …
"Kinder der Hoffnung" ist ein ausgezeichneter Roman über die unbekannten Emotionen und Erlebnisse junger Menschen in einer nicht von ihnen gewählten und gewollten Lebenswirklichkeit. Es ist eine Erinnerung, ein Denkmal und ein Aufschrei zugleich für die ersehnte Liebe, die nie versiegende Hoffnung auf eine friedvolle und gerechte Welt für welche es sich lohnt, mit ganzem Herzen, Engagement und mutiger Zivilcourage gegen Widerstände einzutreten.