Kattas Küche am Krefelder Wochenmarkt brummt – Polizisten, Schüler und Rentner geben sich die Klinke in die Hand und genießen Essen und Service. Doch eine Einbruchserie, die immer in von Katta belieferten Häusern auftritt, droht bald geschäftsschädigend zu werden.
Nach dem Tod ihres wohlhabenden Mannes muss sich Hobbyköchin Katta auf eigene Füße stellen, und so eröffnet sie kurzerhand ein Lokal mit angeschlossenem Buffetservice. Zusammen mit ihrem Barkeeper – im "wirklichen" Leben Bestsellerautor - Jan, ihrer Köchin Annette und ihrer lebenstüchtigen Tochter Lisa schmeißt sie den Laden, bis in den Häusern, die sie beliefert, immer wieder Einbrüche vorkommen. Hier hilft nur noch eine Privatdetektivin: Kattas beste Freundin Claudia.
Die schiebt natürlich sofort die Differenzen, die sie mit ihrem Ehemann hat, beiseite und stürzt sich in die Ermittlung. Und das wird auch nötig, denn zu den Einbrüchen gesellen sich bald Diebstähle in Kattas Küche selber, außerdem steht ein großes "Friedensessen" zwischen Lisas Lateinkurs und deren verhasster Lehrerin an, das ebenfalls aus dem Ruder zu laufen droht. Schließlich wird auch noch eine Wasserleiche angespült – oder?
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Krimikenner, die die Abenteuer der Freundinnen Katta und Claudia zur Hand nehmen, werden sich vielleicht an die Fälle der berühmten Privatdetektivin Mma Ramotswe erinnert fühlen. Hier geht es nicht um die blutigen Fälle, die Serienkiller und den eiskalten Thrill sondern um die ganz gewöhnlichen Sorgen ganz gewöhnlicher Menschen. Leider fallen auch sehr schnell die Unterschiede zu dieser sympathischen Privatdetektivin auf. Wo diese mit viel Weisheit beobachtet, wirken die Figuren bei Coelen und Renk bisweilen recht überzeichnet, die Urteile der Heldinnen trotz aller Einschränkungen aggressiv.
Außerdem tun die beiden Autorinnen des Guten zu viel. Die Fülle der kleineren und größeren Delikte und Sorgen ist so groß, dass die 200 Seiten, die ihnen zur Verfügung gestellt werden, einfach nicht ausreichen, um alle Handlungsstränge befriedigend zu Ende zu führen. Ein verschwundener Geldbeutel wirkt ebenso wichtig wie ein gezischtes „Mörderin“ am Telefon, Höhepunkte werden also kaum herausgearbeitet.
Obwohl wirklich sehr liebenswerte Ideen in dem Roman enthalten sind, spielt auch Kommissar Zufall eine zu große Rolle. Am Ende gewinnt der Leser das Gefühl, dass wirklich jeder mit jedem in irgendeinem Zusammenhang steht, und manche der Auflösungen geraten dabei zu banal. Man kann den Autorinnen dringend raten, sich mehr Zeit für ihre Heldinnen zu nehmen, dann kommen sowohl Figuren als auch Lokalkolorit sicher besser zum Tragen.
Ina Coelen & Ulrike Renk Tödliches Dinner Leporello; Aufl.1; Oktober 2007
214 Seiten; broschiert; 9,00 Euro
ISBN-10: 3936783233
ISBN-13: 978-3936783230