Sig verschläft seine Haltestelle und landet so an der letzten Station der U-Bahn. Nun muss er eine Bahn zurück finden. Beim Überqueren der Gleise wird er von einem Gleisreiniger erfasst und hofft irgendwo an einer Wartungsstation herauszukommen. Doch der Gleisreiniger verlässt in rasender Geschwindigkeit die Stadt.
Sig war noch nie außerhalb der Stadt und hat keine Vorstellung, wie es hier aussieht. So überraschen ihn die riesigen Müllberge, die er zu sehen bekommt. Er kann gar nicht recht begreifen, was hier vor sich geht.
Der Gleisreiniger kippt ihn ab und Sig fällt eine Böschung mit Müll hinunter. Sein Armbandmodul teilt ihm mit, dass er sich in einer verbotenen Zone befindet und mit einer Sanktion zu rechnen hat: der vollständigen historischen Auslöschung. Das Modul fordert ihn auf, zum nächstgelegenen Recycling Point zu gehen. Sig würde also bald nicht mehr existieren. Alle Erinnerung würden ausgelöscht und sein Körper dem Kreislauf wieder zugeführt werden. Sig hat Angst und versteckt sich vorsichtshalber.
Am nächsten Tag ist seine Situation nicht besser geworden. Sig denkt noch mal über das nach, was geschehen ist. Irgendetwas muss er doch unternehmen können, um sich aus dieser misslichen Lage zu befreien! So allein, wie Sig glaubt, ist er jedoch nicht. Mitten aus dem Müll taucht ein alter Mann auf, vor dem Sig zunächst wegrennt. Doch der Alte geht Sig hinterher. Er warnt den Jungen, dass es hier gefährlich ist und Sig unbedingt das Armband ablegen muss. Sig gewinnt doch etwas Vertrauen und geht mit Pilaster mit.
Kurzerhand zwingt der Alte Sig in ein Versteck, wo der Junge warten soll. Das Armband hat Sig aufgrund der eindringlichen Ermahnungen nun endlich abgelegt. Er will nicht von einer Flinse entdeckt und zum Recycling Point gezwungen werden. Von seinem sicheren Platz aus beobachtet er die Fledderer, erkennt in ihnen gelöschte Menschen. Ein Schicksal, dass auch ihn sehr schnell ereilen kann. Dann entdeckt tatsächlich eine Flinse, eine Art Überwachungskamera, das Signal seines Armbandmoduls. Doch Sig schafft es, mit viel Einfallsreichtum ein Täuschungsmanöver zu inszenieren.
Sig beschließt, bis Pilaster zurück ist, nach etwas Essbarem zu suchen. Außerdem hat er Durst. Da entdeckt er eine seltsame Behausung. Es ist Pilasters Hängendes Haus, nur über eine Strickleiter zu erreichen. Hier ist Sig in Sicherheit. Doch seine Höhenangst macht ihm zu schaffen. Er braucht Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Er sieht sich Projektionen von Pilasters Forschungsreisen an. Es stellt sich heraus, dass der alte Mann und Sig nun ein gemeinsames Ziel haben. Sie müssen den Zentralcomputer davon überzeugen, dass er sie nicht löschen darf. Pilaster will mit Sig zu den mehr als 3000 Jahre alten Türme gehen. Hier sind Memoarchiv und Zentralcomputer. Doch während der Expedition passiert ein Unfall. Pilaster kann nicht mehr weiter. Sig muss gehen, um neue Vorräte zu beschaffen. Er hat Angst, den alten Mann bei seiner Rückkehr nicht mehr lebend vorzufinden. Doch er hat keine Wahl.
Die Geschichte ist gut angelegt und perfekt aufgebaut. In diesem spannenden und sehr überraschendem Szenario spielt ein 13-jähriger Junge die Hauptrolle. Sein zufriedenstellendes, ausgesprochen bequemes Leben, in einer von der Außenwelt abgeschotteten Stadt, ändert sich von einem Tag auf den anderen. Und doch wird ihm sehr schnell klar, was für ein eigenartiges Dasein er bisher geführt hat. Auf einmal regelt sein Leben nicht mehr der Zentralcomputer, er muss es allein tun. Er lernt die Natur kennen. Sieht zum ersten Mal Bäume, macht sein erstes Lagerfeuer. Sein Überlebenswillen und seine bis dahin unterdrückten Instinkte erwachen. Ohne Pilaster hätte er wohl dennoch keine Chance gehabt. Der alte Mann, der so verrückt und auch manchmal beängstigend wirkt, vermittelt Sig sein ganzes Wissen und der Junge versucht es zu nutzen. Doch er muss auch eigene Erfahrungen machen und die teilt er mit dem immer wieder erstaunten Leser.
Die Geschichte verläuft nie geradlinig, sondern besticht durch interessante Wendungen, fantasievolle Ideen des Autors und gut ausgearbeitete Details.