
Alles beginnt mit einer Umarmung: Zwei ehemalige Genossen sinken sich in die Arme, scheinen alte Zeiten wieder aufleben lassen zu wollen. Eine Stunde später ist einer der beiden tot. Die Leiche ist der Antiquitätenhändler Praumann, ein braver Bürger mit einer bewegten Vergangenheit…
Angewidert blicken Kommissar Paschulke und sein Team auf die Leiche des zu Tode geprügelten Antiquitätenhändlers Praumann. Der Mann, der an der Seite des legendären Richard Dubinski, einer Ikone der 68-er Bewegung, dem Establishment den Kampf angesagt hat, verdiente in den letzen Jahren seine reichlich gebutterten Brötchen mit dem Ausverkauf der Vergangenheit. Tagelang versinken die Ermittler in einer Flut alter Bücher, Kleider oder anderer kurioser Gegenständen, ohne allerdings eine Spur zu finden.
Doch der Mörder schlägt wieder zu. Schritt für Schritt beseitigt er seine ehemaligen Genossinnen und Genossen, getrieben von einer verzweifelten, blutigen Suche. In der Zwischenzeit stoßen Paschulke und seine Kollegin Zabriski auf die legendäre "Schlacht um das Tegeler Vließ", einer der eindrucksvollsten Taten Dubinskis, der damals die Polizei bis auf die Knochen gedemütigt hat. Zwischen Mord und Museumsbesuchen scheint sich der Fall um diese "Schlacht" zu verdichten.
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Ein reiner Kriminalroman ist es nicht, diese in sich geschlossene Fortsetzung von Rob Alefs Bang Bang stirbt. Zu deutlich sind die satirischen Anleihen des Autors an der realen 68-er Bewegung. Richard Dubinski? Ja, es ist kein Zufall wenn der geneigte Leser sich an den Namen Rudi Dutschke erinnert fühlt. Und auch den Rest des Teams um Paschulke kann man schon aufgrund der Namen nicht ganz ernst nehmen. Von Engine Plink über Stiesel bis Löffelholz ist alles vertreten, und so absonderlich wie ihre Namen sind auch die Querelen und Eigenarten der Gesetzeshüter.
Dennoch gelingt es Alef, seinen Fall nicht ins Lächerliche abgleiten zu lassen. Die Handlung wird stringent und spannend dargeboten, und sogar die leicht surrealen Einsprengsel – Paschulke trifft sehr eigenwillige Pinguine – verzeiht man dem Autor im Hinblick darauf, dass zwar nicht wirklich eine Erklärung geliefert wird, die Handlung als solche aber nicht durchbrochen wird. Die Morde sind teilweise sogar überaus realistisch geschildert, so dass "Das magische Jahr "ständig zwischen Humor und Thrill schwankt und eine interessante Balance findet.
Fazit: Satirischer, wenn auch leicht überzeichneter Rückblick auf die Helden der 68-er Generation.