Ausgerechnet ein Mensch rettet den kleinen Elfen vor Kälte und Hunger. Von seiner Großmutter weiß er nur eins über die Menschen, sie sind ausgesprochen dumm. Yorsch hat aber keine Wahl. Weil ihm nichts anderes übrig bleibt, schließt er sich der Frau, die Sajra heißt, an. Schon nach kurzer Zeit werden die beiden verfolgt. Aber es ist nur ein Jäger, der Feuer braucht.
Sajra hat leider auch keins mehr. Yorsch hat es ausgerechnet im Wasser versteckt. Das verwundert die beiden, aber noch überraschter ist Monser, als er merkt, dass Yorsch ein Elf ist, dem man für gewöhnlich Zauberkräfte zuspricht. Für Yorsch sind diese Kräfte nichts Besonderes. Dass er durch seine Gedanken Feuer machen kann, ist für ihn ganz normal. So ist es für ihn auch möglich ein Kaninchen, dass Monser für das Abendbrot erlegt hat aus Mitleid wieder zum Leben zu erwecken. Die Ruhe ist schlagartig vorbei, als Sajra, Monser und Yorsch von Lanzenträgern aufgegriffen und nach Daligar gebracht werden. Dass Yorsch ein Elf ist, merkt zunächst niemand, bis er ein totes Huhn wiederbelebt. Einen Elfen bei sich zu führen, ist ein schweres Verbrechen, auch wenn er noch ein Kind, also ein Unlängstgeborener, ist. Die drei kommen ins Gefängnis. Der Galgen ist ihnen sicher. Da Yorsch auch die Fähigkeit besitzt, Schlösser mit Gedankenkraft zu öffnen, gelingt ihnen die Flucht. Auf dem Weg in die Freiheit entdeckt Yorsch eine Wandinschrift, die ihn direkt zu betreffen scheint und ihm klar macht, dass er der letzte Elf ist und das er eine Aufgabe hat. Yorsch muss den letzen Drachen finden, um die Prophezeiung erfüllen zu können. Yorsch hat eine Karte, die noch von seinem Vater stammt und weiß daher, wohin er sich wenden muss. Die drei machen sich auf den Weg. Es gelingt ihnen, den besagten Drachen ausfindig zu machen. Aber der Drache hält die Prophezeiung für Unsinn.
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Die Geschichte beginnt ganz herzallerliebst. Yorsch ist noch sehr jung. Deshalb hat er Schwierigkeiten mit der Sprache der Menschen und nimmt alles wortwörtlich. So entstehen urkomische Szenen. Man gewinnt den kleinen, naiv wirkenden Elfen sehr schnell lieb. Mit seiner Liebenswürdigkeit kommt er aber nicht gegen die Intoleranz der Menschen an, auch wenn ihm zwei von ihnen, Sajra und Monser, zur Seite stehen. Dabei ist er Teil einer Prophezeiung, die den Menschen im Land, das Glück zurück verspricht.
Das Buch ist vom Schreibstil her, etwas ganz Besonderes, weil es so feinfühlig geschrieben ist. Es berührt und geht zu Herzen. Man liest und staunt und erfreut sich am spannenden Fortgang der Geschichte, in die man sich gut hinversetzten kann. Das Werk ist damit für eine große Lesergruppe bestens zu empfehlen, vom Kind bis zum Erwachsenen, eben für alle die fantastische Erzählungen mögen.
Silvana De Mari Der letzte Elf Aus dem Italienischen von Barbara Kleiner
Cbj Verlag, Juli 2008
368 Seiten, gebunden, 16,95 Euro
ISBN-10: 3570134784
ISBN-13: 978-3570134788