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Wie der Teufel es will PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Birgit Erwin, am 07-08-2008 17:00
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Wie der Teufel es willHochglanz

Helena Levys Welt ist die Schönheit! Als Herausgeberin eines Hochglanzfrauenmagazins ist nur eins wichtig – der schöne Schein. Hinter der Fassade sieht es allerdings weniger prächtig aus. Frisch von ihrem Freund verlassen, will Helena vor allem eines: Glück und das Gefühl, geborgen zu sein. Doch eine perfekte Frau gibt sich nur mit dem perfekten Mann zufrieden.

Wenn man ein Magazin wie FEMME herausgibt, dann kann die Schönheit schon zum Fluch werden. So zwängt sich Helena Levy jeden Morgen in ihren formgebenden Body, blondiert brav ihre Haare, vergisst die farbigen Kontaktlinsen nicht und präsentiert so der Welt das Bild der Vorzeigeblondine mit Köpfchen und Konto. Schade, dass ihr Freund Alex das nicht ganz so sieht und sie kurz vor einer heißen Nummer eiskalt abserviert.

Plötzlich steht Helena mit Mitte dreißig und einem gewaltigen Frust allein da. Doch, so sagt sie sich, gibt es auch noch andere Alternativen, zum Beispiel Paris, die photographierende Sexbombe, die die Redaktion von FEMME unsicher macht. Außerdem gibt es da noch Polly, eine alte Frau mit Gedächtnisverlust, die plötzlich in Helenas Leben auftaucht und nicht mehr daraus verschwindet. Und dann ist da Ben … aber ein Mann, der gebügelte Taschentücher bei sich hat, muss einfach verheiratet sein, oder?

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Willkommen in der Welt der Helena Levy. Ja, wie sieht es denn aus, wenn man sich als Mittdreißigerin mit einem Haufen Konkurrentinnen herumschlagen muss, die zehn Jahre jünger sind und „Kotzgröße 32“ tragen. Die Protagonistin, die auch als Ich-Erzählerin auftritt, führt ihre Leserinnen ein in eine Welt des Modejargons, des verzweifelten Sarkasmus und der Scheinwahrheiten. Ein bisschen wortreich ist das zwar schon, aber auch amüsant, und in der einen oder anderen Übertreibung über Diäten, falsche Wimpern und der Suche nach IHM kann man sich, wenn man ehrlich ist, durchaus wiederfinden.

Doch so kann es nicht bleiben. Die Heldin wird verlassen und über diverse Umwege in fremden Betten findet sie heraus, was mit ihrem Leben nicht stimmt, nämlich ihre Werte, ihre Erwartungen und ihre Träume. Und so kommt es nach einem gründlichen Seelengroßputz so, wie es kommen muss. Aus der falschen Blondine wird eine echte Brünette und der Rest findet sich auch auf magische Weise.

Und das ist schade. Denn aus dem an sich recht witzigen, wenn auch etwas dick aufgetragenen Roman über die Eitelkeiten der Modebranche wird ein süßlicher, extrem dick aufgetragener Frauenroman, der zeigt, dass man nur zu sich selber stehen muss, um den Mann fürs Leben zu finden. Auch wenn es durchaus originelle Ideen wie die Identität der mysteriösen Polly gibt, so werden auch die schließlich vom rosaroten Strom des Happyends einfach fortgespült. Aus dieser Idee wäre mehr zu machen gewesen, wenn die Autorin sich von den ausgetretenen Pfaden der Charakterzeichnung und Handlungsführung weiter entfernt hätte.

Fazit: Unausgewogene Mischung aus Satire und Kitsch

Bibliographische Angaben



Nina George
Wie der Teufel es will
Fischer, Mai 2008
346 Seiten, broschiert, 8,95 Euro
ISBN 10: 359617435X
ISBN 13: 978-3596174355 



Letztes Update: 07-08-2008 17:00

Veröffentlicht in : Buch, Belletristik
Schlüsselworte : mode, glitzerwelt, models, traumfigur, fassade, schöner schein, verlassen werden, nina george, wie der teufel es will
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