125-Geburtstag von Joachim Ringelnatz (07.08.1883 - 17.11.1934)
Der berühmt humoristischer Essayist, Lyriker, Maler und Lebenskünstler wäre heute 125 Jahre alt geworden. Sein bürgerlicher Name lautete Hans Bötticher. Bevor er ab 1919 als Joachim Ringelnatz bekannt wurde, verwendete er auch folgende Pseudonyme: Pinko Meyer, Fritz Dörry, Gustav Hester.
Joachim Ringelnatz wurde am 7. August 1883 als Hans Bötticher in Wurzen/Sachsen geboren und wuchs in einem künstlerischen und liberalen Elternhaus auf. Von frühster Kindheit an gehörten das Dichten, Schreiben und Zeichnen zu seiner Freizeitbetätigung. Die Schulzeit allerdings ist Ringelnatz stets in unangenehmer Erinnerung geblieben. Das Gymnasium in Leipzig besuchte er nur bis zur Sekunda. Danach besucht er für einige Jahre eine Privat-Realschule, die er 1901 mit dem Einjährigen-Freiwilligen-Examen (Obersekundareife) verlässt.1901 erfüllt sich für Ringelnatz der lang ersehnte Traum von der Seefahrt, als ihm sein Vater eine Lehrstelle als Schiffsjunge auf dem Segelschiff „Elli“ verschafft. Er bereist beinahe die halbe Welt. Seine Erlebnisse zur See hält er 1910/1911 im "Schiffsjungen-Tagebuch" schriftlich fest.
Kabarettist, Maler und Schriftsteller 1909 startet Ringelnatz seine Dichterkarriere in dem Künstlerlokal „Simplicissimus“ in München-Schwabing, wo er eigene Verse vorträgt und schließlich zum Hausdichter avanciert. Zwischen 1910 und 1934 verfasste Joachim Ringelnatz knapp 20 Bücher: zahlreiche Gedichtbände, zwei Autobiografien, Romane, Bühnenstücke und Kinderbücher. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wird er zur Kriegsmarine einberufen. Nach dem Krieg erlebte der 35jährige eine schwere Zeit, die von Armut, Hunger und anderen Entbehrungen geprägt ist. Ende 1919 wird aus Hans Bötticher schließlich Joachim Ringelnatz. Unter diesem Pseudonym veröffentlichte er von nun an seine Werke als Dichter und Maler. 1920 erhält er ein Engagement an der Berliner Kleinkunstbühne „Schall und Rauch“ und begibt sich auf mehrere Kabarett-Touren durch ganz Deutschland. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 wird sein Leben als Künstler und Schriftsteller abrupt beendet. Die Bücher von Ringelnatz werden auf den Index gesetzt und er erhält Bühnenverbot. Am 17. November 1934 stirbt der Dichter und Maler, völlig verarmt, an Tuberkulose in seiner Berliner Wohnung.
1911 Was ein Schiffsjungen-Tagebuch erzählt 1912 Die Schnupftabakdose. Stumpfsinn in Versen und Bildern von Hans Bötticher und
Richard Seewald
1913 Ein jeder lebt’s. Novellen von Hans Bötticher
1920/23 Joachim Ringelnatzens Turngedichte 1920 Kuttel Daddeldu 1922 Die Woge. Marine-Kriegsgeschichten 1924 ...liner Roma...Mit 10 Bildern von ihm selbst
1924 Nervosipopel. Elf Angelegenheiten
1927 Reisebriefe eines Artisten 1928 Als Mariner im Krieg (unter dem Pseudonym Gustav Hester)
1928 Matrosen. Erinnerungen, ein Skizzenbuch, handelt von Wasser und blauem Tuch 1929 Flugzeuggedanken 1931 Mein Leben bis zum Kriege (Autobiographie)
1931 Kinder-Verwirr-Buch mit vielen Bildern 1932 Die Flasche und mit ihr auf Reisen 1932 Gedichte dreier Jahre 1933 103 Gedichte 1933 Großer Vogel