Russland trauert um Alexander Solschenizyn (11.12.1918 - 03.08.2008)
Der russische Historiker, Querdenker und Schriftsteller Alexander Solschenizyn ist tot. Laut Angabe seines Sohnes verstarb er in der Nacht von Sonntag auf Montag im Alter von 89 Jahren in seiner Moskauer Wohnung an Herzversagen.
Alexander Issajewitsch Solschenizyn wurde am 11. Dezember 1918 in Kislowodsk/Südrussland geboren. Nach dem Studium der Mathematik und Philosophie fing er an als Lehrer zu arbeiten und kämpfte im Zweiten Weltkrieg gegen die Deutschen. Auf Grund seiner kritischen Äußerungen über den Stalinismus, wurde er kurz vor Kriegsende verhaftet, und er verbrachte die Zeit von 1945 bis 1956 in Strafgefangenen-Lagern. 1969 schloss man ihn offiziell aus dem Schriftstellerverband der UdSSR aus. Solschenizyn, der 1970 vom russischen Regime daran gehindert worden war den Literaturnobelpreis persönlich in Empfang zu nehmen und 1974 aus der UdSSR ausgewiesen wurde, kehrte erst 1994, von Präsident Gorbatschow rehabilitiert, in seine Heimat zurück. Der von seinen eigenen Landsleuten jahrzehntelang verschmähte Schriftsteller wurde im Juni 2007 mit dem russischen Staatspreis, der höchsten Auszeichnung des Landes, endlich standesgemäß gewürdigt. Als sein Hauptwerk gilt gemeinhin der "Archipel Gulag" (1973), in dem er mit Tausenden von Beispielen die stalinistischen Gewaltherrschaft und Unterdrückung in der Sowjetunion anprangert. Den Terror des Regimes hatte Solschenizyn in neun Jahren Straflager und Verbannung am eigenen Leibe zu spüren bekommen und bereits 1962 in seinem ersten Werk „Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch“ ausführlich geschildert. Bis zuletzt blieb Alexander Solschenizyn ein kritischer Beobachter der russischen aber auch weltpolitischen Geschehnisse und verschaffte sich immer wieder Gehör.
1970: Nobelpreis für Literatur
1983: Templeton-Preis
1998: Lomonossow-Goldmedaille der Russischen Akademie der Wissenschaften
2007: Staatspreis der Russischen Föderation durch Präsident Putin
Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch (1962)
Matrjonas Hof (1963)
Der erste Kreis der Hölle (1968)
Der Archipel Gulag (1974)
Das Rote Rad. Erster Knoten. August vierzehn (1971, erweitert 1987)Das Rote Rad. Zweiter Knoten. November sechzehn (1986)
Das Rote Rad. Dritter Knoten. März siebzehn (2 Bände 1991)
Russland im Absturz (1998)
Zweihundert Jahre gemeinsam (2 Bände 2001, 2002)