Mit herber Melancholie und leisen Tönen beginnt die Geschichte einer jungen Frau, die weit ab aller Zivilisation im Hause ihres Vaters an der Westküste Norwegens aufgewachsen ist. Der Vater ist Pfarrer in einem Fischerdorf.
Im Kreise ihrer fünf Schwestern und des kleinen Bruders geht es verständlicherweise spartanisch und einsam zu. Besorgt zeigt sich die Mutter, wie sie ihre sechs Töchter unter die Haube bringen soll. Als ihr Mann einen Hilfsprediger einstellt, zielt ihre Hoffnung auf die baldige Verlobung mit der ältesten Tochter Hulda. Diese ist ein eigenständiges Wesen, das den Gedanken an ein Alltagsleben mit dem gehemmten Hilfsprediger Franck weit von sich weist. Romantisch veranlagt hofft sie immer noch auf die große Liebe. Als sie schließlich schon in die Verlobung eingewilligt hat, begegnet ihr ein verführerischer und ansehnlicher junger Mann von zweifelhaftem Ruf: Bahningenieur Olaf Brun hat es aus gegebenem Anlass in die einsame Gegend verschlagen. Er ist hübsch, charmant, musikalisch und hegt hochfliegende Pläne, sobald er mündig ist und damit den Vorgaben seines Vormunds entkommen kann. Dass er sich in Hulda verliebt, und sie ihm auf verschlungenen Wegen begierig in ein neues Leben folgt, entwickelt sich zum eigentlichen Plot der Geschichte.
Bunt und heimelig wird das Leben der Familie geschildert. Charaktere wie der Pfarrer und seine Frau, der eine gutmütig und freundlich, die Frau eher von strengem und nüchternem Wesen, lassen einen mit Vergnügen am Leben der Familie teilnehmen. Selbstbestimmt, stolz und eigenwillig zeigt sich die schöne Tochter in ihrem heiteren Wesen. Die Dramatik im Leben der abtrünnigen Tochter entsteht aus dem Gegensatz von geordnetem Leben zu Hause und ihrer unstillbaren Sehnsucht nach romantischer Liebe und dem fernen Abenteuer.
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Die Handlung ist im 19. Jahrhundert angesiedelt. Der Autor Hjalmar Hjorth Boyesen ist Norweger, hat von 1848 -1895 gelebt, und hat zwei Jahre vor seinem frühen Tod diese kleine Geschichte veröffentlicht. Es geht ihm wie in vielen seiner Werke um die Selbstbestimmung des Menschen, die zu seiner Lebenszeit noch nicht die Regel war. Fesselnd und lebendig ist ihm auf nur 169 Seiten das Lebensbild der selbstbewussten Hulda in einer in sich geschlossenen Erzählung gelungen.
Sein Stil trifft den Ton der Zeit: betulich, etwas steif und umständlich, gelegentlich leicht amüsiert und dabei höchst unterhaltsam und lesenswert.