In einer lebhaften Hommage an New York wird in diesem Roman eine Gesellschaft beschrieben, in der Geselligkeit, Beruf und das gute Leben breiten Raum einnimmt.
Die Schwestern Bridget und Meghan Fitzmaurice, 43 und 47 Jahre alt, leben in unterschiedlichen gesellschaftlichen Sphären. Die eine ist eine berühmte Fernsehmoderatorin, die andere ist sozial für eine Frauenhilfsorganisation tätig. Bridget fühlt sich in der Familie von Meghan, ihrem Mann Evan und deren gemeinsamen Sohn Leo, der schon 19 ist, wie zu Hause. Sie hat keine Kinder und lebt mit dem viel älteren Polizisten Irving zusammen, mit dem sie eine kumpelhafte Einheit bildet.
Schon bald wird man in den Trubel der täglichen Ereignisse um die beiden Schwestern hineingezogen. Ihr Schicksalsweg ist von Querschlägen und belastenden Einbußen gekennzeichnet.
Meghan erlebt einen beruflichen Absturz und in ihrer Ehe kriselt es; Bridget, die jüngere von beiden, behält die Beine fest auf dem Boden. Sie hat sich weniger dem Ruhm und Aufstieg in die Upper Class verschrieben als einer sozialen Aufgabe, in der sie ihr Glück findet.
New York mit seinen Dinerpartys, seinen Wohltätigkeitsveranstaltungen und den Begegnungen rund um die Uhr bilden den Rahmen für eine Geschichte, in der es auch um charakterliche Bewährung, Schicksalsschläge und einen Neubeginn geht.
Die Autorin zeigt fein modelliert und aufgeschlüsselt die Unterschiede der beiden Frauencharaktere und zugleich die uneingeschränkte Anhänglichkeit und Treue, mit der sich die früh verwaisten Schwestern für einander einsetzen. Dabei kann man einiges über Geschwisterliebe, ihre Fürsorge und die Abhängigkeiten in solchen Beziehungen erfahren, ohne dass es klischeehaft wirkt.
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New York und Manhattan, das Lebenszentrum von Bridget und Meghan, wird mit seinem Glanz, seiner Größe und seinen liebenswerten Seiten beschrieben. Dass man diese Stadt lieben kann, sich in ihr wohl fühlt und neben der Größe ihre provinzielle Seite sichtbar wird, in der jeder jeden zu kennen scheint, macht den Reiz des Romans aus.
Der unterhaltsam angelegte Gesellschaftsroman ist Sozialstudie und gehobene Unterhaltungslektüre in einem und bietet Spannung bis zur letzten Seite. Anna Quendlin ist eine ausgezeichnete Journalistin. Sie gilt in Amerika als Autorin, die sowohl die Literaturkritik als auch ein breites Publikum zu begeistern versteht.