Ein Mord ist eine Sache von einem Augenblick, doch das, was er bei allen Beteiligten aufwühlt, reicht bis tief in die Vergangenheit. Doch das weiß Fischer Tjark nicht, als er in einer nebligen Nacht ein Boot ohne Licht vor der Küste vor Anker liegen sieht. Er bemerkt nur, dass etwas ins Wasser gelassen wird, etwas, das sich als die Leiche einer Frau herausstellen wird.
Trotz der Widerstände der Eltern entwickelt Heide Heynen für den Fernfahrer Dodo Wilbert eine tiefe Zuneigung. Die beiden wollen heiraten, Kinder bekommen, zusammen alt werden, als das Furchtbare geschieht. Dodo begeht Fahrerflucht, und der Gedanke an einen toten Jungen lässt Heides Liebe erkalten. Sie zeigt ihren Verlobten an, er geht ins Gefängnis und sie lebt ihr Leben weiter. Schließlich verliebt sie sich neu und diesmal klappt es mit der Hochzeit.
Doch auch dieser Ehe ist kein Glück beschieden, und wieder steht Heide als Witwe allein da. Aber das Schicksal lächelt ihr ein zweites Mal in Gestalt des Malers Spatfeld, der ein ähnliches Schicksal wie Heide zu beklagen hat und sich Hals über Kopf in sie verliebt. Auch Heides kleiner Sohn ist mit dem neuen Papa einverstanden, und so steht dem Glück nichts mehr im Wege – bis Heide nach all den Schicksalsschlägen schließlich selber Opfer eines Mordes wird.
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Autor Theodor J. Reisdorf wird als „Meister des Friesenkrimis“ gefeiert, und die lange Liste seiner veröffentlichen Romane spricht für sich, oder? Dennoch ist der Leser zunächst sicher irritiert, wenn er Nebeltod auf Norderney in die Hand nimmt. Da gibt es keinen spannenden Auftakt, sondern eine weit ausholende Familienchronik, die die Kindheit von Dodo Wilbert beschreibt. Und in diesem Stil entwickelt sich der Roman fort. Schritt für Schritt werden die Figuren eingeführt und verlassen die Bühne wieder.
Leider entwickelt sich auf diese Weise weder Spannung noch Nähe zu den Charakteren. Das liegt auch an der Angewohnheit des Autors, von seinen Figuren mit Vor- und Nachnamen zu sprechen, so dass er zusätzliche Distanz schafft, die den Roman über weite Strecken eher wie eine eher trockene Familienchronik als wie einen Krimi klingen lässt. Hinzu kommt, dass auch das Handeln der Personen oft eher schablonenhaft und vor allem vollkommen emotionslos wirkt.
Erst wenn der Leser sich zum Finale vorgearbeitet hat, erkennt er, wie die verschiedenen Fäden zusammenlaufen und ein logisches Ganzes ergeben. Tatsächlich kann man Reisdorf nicht absprechen, dass er gerade mit seiner übergroßen Distanz dazu beiträgt, die Wahrheit auch vor krimivertrauten Augen zu verschleiern, trotzdem muss man sich fragen, ob ein überraschendes Finale eine derart lange und teilweise langweilige Hinführung rechtfertigt.
Fazit: Das rasante Finale kann nicht für die Langeweile der ersten beiden Drittel entschädigen