Die 12-jährige Maus lebt im Grandhotel Aurora in Sankt Petersburg. Sie ist dafür verantwortlich, dass die Schuhe der Gäste stets geputzt sind. Als der Rundenmann vermutet, dass sie gestohlen hat, sitzt sie in der Klemme. Doch Maus ist ihr Diebesgut schnell losgeworden. Der Rundenmann muss sie laufen lassen, da er keine Beweise hat.
Doch Maus möchte die Brosche, die sie in einen Schuh hat fallen lassen, wieder. Das Paar Schuhe steht jedoch nicht mehr vor der Zarensuite. Maus denkt sich eine Geschichte aus. Doch die seltsame Frau, die an die Tür kommt, nachdem ein Junge geöffnet hat, und die eine eisige Kälte umgibt und die so schön und doch so anders ist, durchschaut das Lügenmärchen schnell. Sie fragt sie nach der anderen Frau, die Maus geholfen hat, den schlimmen Streich durchzustehen, den die Kinder, die als Pagen und Küchenhilfen im Hotel arbeiten, ihr gespielt haben. Schließlich ist der Junge, der Maus hilft zu entkommen.
Maus trifft die andere Frau, die Tamsin heißt, wieder. Sie ist eine Zauberin. Und sie erzählt Maus, wer die Frau ist, die diese eisige Kälte ausstrahlt und damit die ganze Stadt fast erfrieren lässt. Es ist die Schneekönigin. Sie will sich zurückholen, was Tamsin ihr einst gestohlen hat, um ihre Macht zu brechen.
Sie möchte, dass Maus ihr hilft, der Schneekönigin auch ihre letzte Macht noch zu nehmen, damit die Kälte, die die ganze Welt zu verschlingen droht, wieder verschwindet. Maus findet Tamsin nicht besonders überzeugend und doch willigt sie ein.
Der Autor stimmt schon auf den ersten Seiten sehr geschickt auf das bevorstehende Abenteuer ein. Man muss sich nicht durch den Anfang kämpfen und abwarten bis die Geschichte Spannung entwickelt. Der Autor verspricht, so wie er beginnt, ein interessantes Buch und hält sein Versprechen. Auch die Hauptfigur Maus, gewinnt man sofort lieb und ist beeindruckt davon, wie sie sich im Hotel, dass sie noch nie verlassen hat, durchschlägt. Und doch scheint ihr Leben vorbestimmt und mit der Ankunft von Tamsin und der Schneekönigin verändert sich ihr Leben radikal. Maus möchte das Richtige tun. Doch die beiden Gegenspielerinnen sind nicht so leicht zu durchschauen. Es bleibt lange offen, wer gut und wer böse ist. Und was die anderen Mitspieler, die mit ihr im Hotel angestellt sind, bisher verborgen haben, ist auch sehr überraschend und nur schwer zusammenzusortieren.
Die Geschichte spielt in einer sehr unwirklichen Atmosphäre. Der Autor macht die eisige Kälte fühlbar, so dass man sich beim Lesen besser warm anziehen sollte. Und auch das Hotel, mit seinen endlosen Gängen, dem bodenlosen Treppenhaus, den Zimmerfluchten und den einsamen Ecken und Verstecken ist ein einzigartiger Schauplatz.
Vom Schreibstil her lässt sich das Buch sehr gut lesen. Es ist märchenhaft, zauberhaft und manchmal auch traurig. Immer wieder gibt es überraschende Szenen und unerwartete Wendungen.
„Frostfeuer“ wurde mit dem internationalen Buchpreis „Corine“ 2005 ausgezeichnet.
Fazit: Ein ganz besonderer Lesegenuss für alle, die märchenhafte Geschichten mögen.