Neulich am Telefon: Hallo und einen schönen guten Tag, hier spricht der Teufel. Vielen Dank für Ihren Anruf. Meine Nummer hat sich geändert. Wählen Sie bitte in Zukunft statt der 666 die Durchwahl 616. Vielen Dank und auf Wiederhören.
Es geschieht selten, dass man sich als Rezensent auch als Berufsberater fühlen darf. In diesem Falle geschieht dies mit besonders großer Freude: All denjenigen, die momentan entweder unzufrieden mit ihrem dezeitigen Beruf sind oder keinen solchen haben, können sich mal überlegen, ob sie nicht als Exorzisten arbeiten wollen. Unser lieber Papst, dem nichts näher ist als das Seelenheil aller, wird in den kommenden Jahren 3000 neue Exorzisten ausbilden lassen! Ein Beruf mit Zukunft also. Und im Gegensatz zu anderen momentan gefragten Branchen hat man hier sehr viel mit Menschen zu tun! Wenn das mal nichts ist!!!
Zur Vorbereitung auf seine Exorzisten-Ausbildung sei die Lektüre des Mysterythrillers 616 – Die Hölle ist überall des Autorenteams David Zurdo und Angel Gutierrez anempfohlen. Beide sind Wissenschaftsjournalisten und haben sich auf die Unmengen an ungeklärten Vorfällen der Weltgeschichte spezialisiert und in Spanien mit großem Erfolg einige Mysterythriller veröffentlicht. 616 – Die Hölle ist überall ist nun ihr deutsches Debüt. In ihrem Vorwort versichern beide, „die mysteriösen, ungeklärten – vielleicht sogar unerklärlichen Vorfälle in diesem Buch besitzen eine reale Grundlage“. Schön. Und zur Erklärung des Einsiegs und des Romantitels sei noch kurz angeführt, dass neue Forschungen, die inzwischen auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, ergeben haben, dass nicht 666 die Zahl des Teufels ist, sondern 616.
Und um den geht es in dem Buch – um das Böse, das immer und überall ist; eine Erkenntnis, die auch schon die EAV in „Babababanküberfall“ lancierte. Der Roman ist totaler Schmarrn, die Handlung hanebüchen und doch gibt es einige Stellen, die den Autoren sehr gut gelungen sind – doch ein paar wenige Stellen machen halt noch keinen (gelungenen) Roman!
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Es beginnt in einem kleinen spanischen Dorf. Dort soll ein ehemaliger Priester seliggesprochen werden. Nach altem Brauch wird er exhumiert – doch den Anwesenden bietet sich ein grausiges Bild: Alle Knochen des Toten sind gebrochen, der Sargdeckel von innen zerkratzt. Der anwesende Jesuitenpater Albert Cloister entdeckt die in den Sarg geritzten Worte: „Die Hölle ist überall“. Parallel dazu leidet der in letzter Sekunde vor dem Feuertod gerettete Gärtner Daniel an Alpträumen. Seine Therapeutin Audrey Barrett, die sich seiner angenommen hat, bemerkt, dass Daniel über ein Wissen verfügt, das dieser eigentlich nicht haben kann – Wissen über ihren vor fünf Jahren verschwundenen Sohn und über ein Verbrechen, das noch länger zurückliegt. Die Wege der beiden, Audrey und Pater Albert, kreuzen sich als an Daniel der Exorzismus praktiziert wird. Im Klappentext heißt es abschließend zum Inhalt des Buches: „Auf den Spuren des Bösen reist er (Pater Albert) um die ganze Welt und zu den Wurzeln seines Glaubens, um endlich Wahrheit zu erlangen – doch werden die Menschen sie ertragen können?
Die bessere Frage dürfte sein: Werden die Menschen dieses Buch ertragen können? Diese Frage wäre mit „ja“ zu beantworten, ist es doch eigentlich ziemlich harmlos und nicht wirklich ernst zu nehmen. Witzig vor allem die Tatsache, dass in das Buch jemand Geld reingepumpt hat. Na ja, vielleicht erschließen sich ja auch ertragreiche Vertriebswege in die vatikanischen Seminarschulen mit Schulfach Exorzismus (übrigens auch sehr witzig, dass dafür offenbar genügend Geld bereitsteht, während immer mehr kirchliche Kindergärten schließen müssen ...) – wobei auch hier gilt: Humor ist Geschmackssache.
Der Teufel, den der Exorzist für besiegt hielt, hatte Audrey zugezwinkert. Er hatte sie hinters Licht geführt. Das Wesen stieß ein grausames Lachen aus, das aus unendlicher Ferne zu kommen schien... Der ehemalige Priester eines spanischen Dorfes soll selig gesprochen werden. Nach altem Brauch wird er zunächst exhumiert, um festzustellen, ob er friedlich in seinem Sarg liegt. Doch den Anwesenden bietet sich ein grausiges Bild: Alle Knochen des Toten sind gebrochen, der Sargdeckel von innen zerkratzt. Und Jesuitenpater Albert Cloister entdeckt mit Entsetzen drei ins Holz geritzte Wörter: Todo es infierno - die Hölle ist überall . Albert Cloister gehört einer Kommission des Vatikans an, die mit wissenschaftlichen Mitteln paranormale Vorfälle aufklärt. Seit einiger Zeit häufen sich Berichte von Menschen mit Nahtoderfahrungen, die seither zutiefst hoffnungslos sind. Denn sie sahen nicht nur das berühmte Licht am Ende des Tunnels, sondern erlebten, wie sich das lockende Strahlen in Dunk elheit, Schreie und Leiden auflöste. Was hat das zu bedeuten? Die Therapeutin Audrey und Pater Albert müssen sich dem Undenkbaren stellen: Der Teufel selbst greift nach den Menschenseelen. Und er kommt mit nie dagewesener Macht.