Die Schlacht ist geschlagen. Herzog Friedbert ist aus der Gefangenschaft zurückgekehrt und auch sein tot geglaubter Sohn Ludovico ist wieder auf Burg Falkenstein. Und weil der Bruder Friedberts keinen Sohn hat, soll Ludovico eines Tages den Thron des Fürsten Heinrich von der Rabenburg besteigen. Doch immer noch liegt viel zu viel Gefahr in der Luft. Ludovico soll deshalb vorsichtshalber an einen sicheren Ort gebracht werden, nach Faucas, der Hauptstadt des Fauconischen Reiches. Bei König Falk soll er das Handwerk des Regierens lernen.
Marius, der Botenjunge, soll ihn begleiten. Und auch Burgfräulein Xenia mit ihrer Florine und der Hofnarr Golo sind mit von der Partie. Der Gelehrte Dr. Faustus Füchslin hat einen besonderen Auftrag. Er soll in der königlichen Bibliothek ein ganz besonderes Buch ausfindig machen, das viel Geheimnisse entschlüsseln könnte und damit von unsagbarer Bedeutung ist.
Die Reise verläuft durch den unheimlichen Rabenwald. Marius hat von Anfang an ein komisches Gefühl im Bauch. Und auch die Schlange, die die Pferde aufschreckt, ist nicht als gutes Omen für die Reise zu sehen. Als der Begleittross umkehrt und Fürst Heinrich und seine Männer zurück zur Rabenburg reiten, wird es nicht besser. Meister Goldauge, der Rabe, würde auch bald nach Hause zurückkehren. Eigentlich sollte auch Xenia die Heimreise antreten, aber sie will Marius und Ludovico nicht alleine weiterreisen lassen. In der Nacht verschwindet Ritter Tuck. Es ist keine Spur von ihm zu finden. Goldauge will sich die Sache von oben ansehen. Doch er kehrt nicht zurück. Bald darauf verschwindet auch Marius. Irgendetwas geht vor im Rabenwald.
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„Das Rabenorakel“ ist der letzte Band der Trilogie des Gauklerromans. Es ist ein gelungener Abschluss. Nur ungern trennt man sich von den liebgewonnenen Figuren, allen voran der 12-jährige Marius. Er begibt sich wieder auf eine Reise, diesmal aber nicht als Botenjunge. Vielmehr begleitet er Ludovico nach Faucas. Auf dem Weg dorthin geraten sie in die Hand von Räubern. In Faucas werden sie zwar von König Falk einigermaßen freundlich aufgenommen, aber der Herrscher wird von einem mächtigen Magier manipuliert. Die Besucher sind ihm bald im Wege. Mit Hilfe einer seltsamen Weissagung wird Zwietracht gesät. Goldauge gerät in Verdacht, die Pest über die Stadt gebracht zu haben. Und auch das geheimnisvolle Buch ist für eine Überraschung gut.
Besser als mit diesem Buch kann man sich seine Zeit kaum vertreiben. Es ist einfach klasse, wie der Autor immer wieder für Spannung sorgt. Die Geschichte ist gut ausgedacht und liest sich flüssig. Die Kulissen mit Rabenwald und Burg sind faszinierende Schauplätze. Beleuchtet wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, so wie die Figuren diese erleben. Manchmal ist der Leser derjenige, der am besten über die Lage informiert ist.
Das Ende ist schlüssig. Man muss sich wohl damit zufrieden geben. Viel besser wäre allerdings ein vierter Band!