Die Heilkunst hat sie im Harem von Messina gelernt, jetzt ist die junge Trota als einzige Frau im renommierten Ärztekollegium von Salerno tätig. Doch männliche Arroganz und die tragische Krankheit ihres Sohnes lassen sie nicht zur Ruhe kommen. Als sie in Ungnade fällt, nimmt sie das als Wink des Schicksals, endlich ein Heilmittel gegen die Fallsucht zu finden.
Die junge Ärztin Trota hat sich in ihrem Leben einigermaßen eingerichtet. Sie genießt das Vertrauen ihrer Patienten, die uneingeschränkte Liebe ihres Sohnes und auch die Ehe mit ihrem Mann Johannes ist trotz Spannungen leidlich glücklich. Doch ihre große Liebe ist er nicht, das ist Halifa, ein junger Moslem, den sie während ihrer Zeit als Sklavin und später Ärztin im Harem von Messina, kennen gelernt hatte. Doch das sind Träume, die sie ihrem Sohn geopfert hat. Als bei diesem die Fallsucht immer stärker auftritt, wächst Trotas Überzeugung, dass ihre Berufung nicht in Salerno liegt.
Als Trota bei der Tochter des Herzogs Waimar eine Abtreibung vornimmt und in Ungnade fällt, macht sie sich auf die Suche nach dem sagenhaften Heilmittel Theriak, dessen Rezept sich angeblich bei den muslimischen Ärzten finden lässt. Als sie dann auch noch Halifa wieder trifft, scheint ihr Glück vollkommen. Aber es lauern auf Gefahren auf ihrem Weg, die sich immer wieder zwischen Trota und ihr Ziel, die Heilung ihres Sohnes, stellen. Und dann kommt der Augenblick, in dem sie eine Entscheidung treffen muss.
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Für alle Zweifler sei vorangestellt - wahrscheinlich ist die junge fortschrittliche Ärztin Trota wirklich historisch. Die Traktate über Frauenmedizin und Schönheit sind es jedenfalls, auch wenn sie mit unterschiedlichen Namen unterzeichnet und nicht immer vollständig überliefert worden sind. Auch andere Figuren wie die Tochter des Herzogs und ihr Liebhaber sind real, und so folgt Ina-Marie Cassens der beliebten Rezeptur, Fiktion und Fakten zu einem spannenden Frauenroman zu vermischen.
Was positiv zu nennen ist, sind die informativen und trotzdem lebendig eingefügten Szenen, in denen das Leben des 11. Jahrhunderts, insbesondere die medizinischen Aspekte dieser Zeit, vorgestellt werden. Ob es sich um Leprosenschau, verschiedene Heilmittel oder Erkenntnisse über Körperpflege handelt, der Roman arbeitet dem Klischee vom düsteren Mittelalter auf subtile Weise entgegen.
Leider ist im Gegensatz dazu vieles in der Figurenzeichnung doch reichlich klischeehaft. Immer wieder wird die Heldin von männlicher Arroganz gehindert, ihren Weg zu gehen, während sie selber die Liebe auch über die Schranken der Religion zu leben weiß. Nur wenige kleinere Charaktermängel geben ihr einen einigermaßen menschlichen Aspekt. Ähnliches lässt sich auch von vielen der Abenteuer sagen, die Trota bestehen muss. Sie wird von Piraten entführt, von Delphinen gerettet, und der Erfolg kann auch nicht ausbleiben. So entsteht ein zwiespältiges Bild eines einerseits hochgradig unterhaltsamen und informativen, andererseits aber auch nicht wirklich überraschenden Romans.
Fazit: Starke Frau im Mittelalter - ein Roman um eine der ersten Ärztinnen der Geschichte
Salerno im 11. Jahrhundert: Hier hat sich die junge Trota dank ihrer medizinischen Erfahrungen, die sie im Harem von Messina gesammelt hat, einen Namen als Ärztin erworben. Doch ihr Ruhm bleibt nicht unangefochten, denn ihr wird schwarze Magie vorgeworfen. Zudem leidet ihr geliebter Sohn unter einer schweren Krankheit, die nur durch eine geheimnisvolle Medizin gelindert werden kann. Die Rezeptur aber kennt nur der muslimische Gelehrte und Kräuterhändler Halifa, den sie einst in Messina kennen und lieben lernte ...