Die 24-jährige Veronika hat offenbar alles, was ein Mensch benötigt, um zufrieden zu sein. Dennoch entscheidet sie sich für den Suizid durch eine Überdosis Tabletten – und überlebt. Doch bevor die Tabletten wirken, liest sie noch einen Zeitungsartikel über Slowenien, und das von keinem geringeren als dem Autor des Buches selbst. Tage später wacht sie im Irrenhaus von Villete auf und ist entsetzet, da sie zum einen in ihrem Vorhaben gescheitert ist, andererseits laut Information Dr. Igors nur noch ein paar Tage zu leben habe, da ihr Herz nachhaltig geschwächt worden sei.
Doch nach den ersten Auftritten Dr. Igors und des Schizophrenen Eduards – der nebenbei autobiographische Züge des Autors des Buches selbst hat – ist schnell klar, wie das Buch tatsächlich enden wird und somit scheitert auch der weitere Versuch, eine Spannung zu bewahren.
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Veronika lernt weitere Menschen kennen und schöpft nach und nach neuen Lebenswillen. Dies führt zum Wendepunkt, Veronika hat wieder Freude am Leben, die ihren Höhepunkt in der Szene findet, als Veronika – nachdem sie für den Schizophrenen Eduard, der offenbar völlig in eine andere Welt versunken scheint und nur durch ihre Musik erreicht wird – sich vor diesem völlig entblößt, sich selbst befriedigt und dabei bisher verbotene Gedanken auslebt. Danach scheint alles wie ausgewechselt. Eduard ist plötzlich "normal" und spricht mit ihr, Veronika will leben und ist (selbstverständlich) in Eduard verliebt. Letztlich flüchten beide aus der Anstalt, um ihre "letzten Stunden" gemeinsam zu erleben.
Coelhos Roman „Veronika beschließt zu sterben“ ist weder sonderlich kreativ, noch in irgendeiner Weise spannend. Ihm gelingt es lediglich zu ändern, was seine Protagonistin zu Anfang des Buches kritisiert: dass niemand wirklich etwas über Slowenien weiß – und das ist auch das einzig gute. Seine Selbstinszenierung ist völlig überflüssig, die Sprache bestenfalls "nett" und das Schlimmste ist, dass Coelho alles bis ins kleinste Detail erklärt, seien es Gedanken, Situationen oder sonstiges. Dem Leser bleibt nur eine einzige Situation, in der er die Möglichkeit hat zu interpretieren – und ausgerechnet dabei erschließt sich (viel zu früh) das Ende des Romans.
Fazit: Spannend ist anders, aber Freunde von Rosamunde Pilcher könnten auf ihre Kosten kommen. Ein Werk, das einem solchen Erfolgsautor nicht gerecht wird.