Liebe, Verrat, Versöhnung und alles wird wieder gut Unter dieser Überschrift könnte man eine Geschichte zusammenfassen, die alle Bedingungen zur leichten Unterhaltung erfüllt
Ein bekanntes Szenario: der Mann kommt nach Hause, seine Frau ist stumm, vorwurfsvoll und abweisend. Sie will nicht raus mit der Sprache, ergeht sich in Andeutungen und fordert den Mann heraus, Farbe zu bekennen. Er weiß nicht, was los ist, hat aber dunkle Ahnungen. In einem dumpfen und bedrückenden Klima kommt es zum Eingeständnis: er hat sich in eine Affäre eingelassen! Die Familie droht daran zu zerbrechen. Sind gar noch Kinder betroffen, dann sieht die Welt sehr düster für alle aus.
Zeph lebt mit ihrem Mann, einem erfolgreichen Schriftsteller und Drehbuchautor, zu Beginn des 21. Jahrhunderts in London. Sie ist entsetzt, als sie eines Tages von der Affäre ihres Mannes hört. Tief gekränkt und schwer getroffen verlässt sie ihn mit dem gemeinsamen Söhnchen Joshua, das erst drei Jahre alt ist.
Szenenwechsel: Cora, Zephs Mutter, lebt auf einer Farm im Süden Englands, und es geht ihr finanziell nicht gut. Ihr Mann ist tot, und sie weiß nicht, wie sie das Haus in Stand halten kann. Zeph sucht Zuflucht bei ihr, ahnt jedoch nicht, dass ihre Mutter Sorgen hat,--und dass sie eine Affäre in jungen Jahren hatte, die nicht ohne Folgen blieb.
Das Leben von Cora ist nach fest gefügten Normen und Gesetzmäßigkeiten verlaufen. Sie hat in ihrer frühen Jugend einen Aufbruch von der elterlichen Farm aus nach London gewagt. Bei einem sympathischen Verleger fand sie Arbeit und lernte die Welt der Bücher kennen. Nach einem unguten Erlebnis mit einem fremden Verehrer kehrt sie nach Hause zurück und heiratet Richard, einen zwanzig Jahre älteren Mann. Die Ehe bleibt zunächst kinderlos, und sie lebt ein sehr eintöniges, braves Leben an der Seite dieses Mannes.
Es kommt wie es kommen muss: auf einer der seltenen Auslandsreisen mit Richard lernt sie einen jungen Italiener kennen und beginnt eine kurze, leidenschaftliche Liaison mit ihm.
Als Zeph eines Tages ein unbekanntes Tagebuch findet, erfährt sie die ganze Liebesgeschichte ihrer Mutter. In den Aufzeichnungen erscheint die Liebe in ihrer reinsten Form, für Zeph aber bricht eine Welt zusammen.
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Die Geschichte von Untreue, Verrat und Liebe passiert tausendfach zu allen Zeiten. Zu Beginn des 21. Jahrhundert sieht Untreue anders aus als vor sechzig Jahre. Moralvorstellungen und die Rechtslage haben sich gewandelt und der neuen Zeit angepasst. Was in früheren Jahren moralisch verwerflich war, das trägt heute der neuen Auffassung Rechnung, dass die Liebe nicht mehr ewig währt.
In der Gegenüberstellung von Zephs Leben mit dem ihrer Mutter werden die gegensätzlichen Erfahrungen deutlich.
Die zeitgeschichtlichen Zustände werden im Roman sehr klischeehaft und oberflächlich abgehandelt. Gefühle der Kränkung, der Frustration und Rachegedanken sind vorherrschend bei Zeph. Während die Liebe der Mutter zu ihrem sizilianischen Liebhaber einen romantischen Anstrich bekommt, erscheint Zeph kalt, enttäuscht und angewidert von ihrem Mann. Die echten Gefühle bleiben der Mutter vorbehalten. Zeph ist Produkt der modernen Zeit: berechnend, kaltschnäuzig und nur auf ihren Vorteil bedacht.
In der Gegenüberstellung wird das Klischee aufgezeigt: hier die romantische Liebe, dort im Zeitalter der Technik der schnelle Sex und die Vergänglichkeit.
Die Aufzählung der Lebensdaten und Liebschaften bleibt ohne Tiefenschärfe. Die Geschichten der beiden Frauen sind zwar abwechslungsreich und von ungewöhnlichen Zufällen erfüllt bleiben aber in der Darstellung oberflächlich. Das Buch ist unterhaltsam, ohne dass man sich besonders nachdenklich berührt fühlt.
Eine ernsthafte Auseinandersetzung um die Themen Liebe, Schmerz, Verlassenheit oder der Vergänglichkeit fehlt.
In Andeutungen nur sind die Generationenunterschiede in Bezug auf Leben, Liebe, Arbeit, Pflichtgefühl und die jeweils herrschende Moral auszumachen. So bleibt die Erzählung ohne Nachklang.
Es handelt sich hier um einen netten und unterhaltsamen Schmöker für einen Nachmittag.
Gerade als der Schriftsteller Nick erste Erfolge feiert, erfährt seine Frau Zeph, dass ihr Mann sie betrogen hat. Zeph ist am Boden zerstört und verlässt Nick. Sie zieht mit ihrem kleinen Sohn zu ihrer Mutter Cora, um dort Abstand zu gewinnen. Dort findet sie ein altes sizilianisches Tagebuch, das von einer romantischen Liebe erzählt, von der heimlichen Liebe ihrer Mutter zu einem sizilianischen Dichter. Zephs sieht ihre Vergangenheit nun in einem neuen Licht und muss sich bald fragen: Wie sehr können wir den Menschen trauen, die wir lieben?