Lorenzo ist in der fünften Klasse. Er ist ein dünner, sehr schüchterner Junge. Seit sein Vater ihn verlassen hat, wächst er alleine bei seiner Mutter auf, die aus Angst auch ihn zu verlieren, ihren Sohn ständig im Blickfeld haben muss. Doch heute ist Halloween und Lorenzo darf mit seiner Klasse der Christoph-Kolumbus-Gesamtschule und ihrer Lehrerin Kate Anders einen Ausflug in den Phantasiapark machen.
Achterbahn, Todesschiff und Höllenschaukel hat Lorenzo schon überstanden auch wenn sein Magen sich vor lauter Purzelbäumen kaum noch beruhigen will. Schlimmer kann es fast gar nicht mehr werden, doch dann geht es zur Geisterbahn. Zu allem Übel ist nur noch im Wagon 13 neben der frechen Dina ein Platz frei. Widerwillig setzt er sich und schon fahren sie los, durch riesige Drachenmäuler, vorbei an schreienden Skeletten, doch halt was war das? Plötzlich hält der Wagon an und ein schwarzer Magier kommt auf sie zu. Nur Showeinlage? Doch dann kommt noch ein Geist mit feuerroten Haaren dazu und noch ein dunkles Wesen mit Hörnern, einen Schwamm und einen Eimer Wasser in der Hand. Selbst der schwarze Magier scheint darüber erstaunt zu sein und ehe er sich versieht, beginnt der Teufel ihn mit seinem Schwamm wegzuwischen. Dina kreischt, Lorenzo fehlen wieder mal die Worte und dann schwebt das Geistermädchen schon auf sie zu und nimmt sie mit sich. Wieder einigermaßen bei Sinnen stellen Dina und Lorenzo fest, dass sie sich nun unter der Geisterbahn befinden und vor dem Eingang zur Unterwelt Gravalon stehen.
Anzeige Von dem Feuergeist Antonella und dem Vampir Rasputin erfahren sie schließlich, dass es in Gravalon zwei verfeindete Urhexen gibt, die Geschwister Orkula und Erdmute. Nach einem besonders schlimmen Streit erschuf Orkula die Putzteufel, die Erdmute und ihr Schloss wegputzen und damit vernichten sollten. Doch plötzlich wird Orkula krank und kann so den Rückwärtszauber nicht mehr aussprechen. Die Putzteufel drohen jetzt, die gesamte Unterwelt wegzuwischen und nun ist auch einer dieser Teufel in die Oberwelt gelangt. Antonella und Rasputin beschließen, die beiden Menschen zunächst mit zu sich nach Hause zu nehmen, wo sie vor den Putzteufeln sicher sind. Und damit beginnt für Lorenzo und Dina das Abenteuer.
Die Hexe leidet nämlich nicht an irgendeiner Krankheit, sondern an Schluckauf und Dina hat zufällig einige Tipps, wie man diesen wieder los wird. Man muss sie erschrecken. Und da bekannt ist, dass sich die Hexe nur vor Menschenmädchen fürchtet, beginnt für die Freunde eine Abenteuerjagd zum Ohrrakel, durch die Schlucht der Hahati, in der Gestalten mit 1000 Meter langen Armen hausen, die einem mit ihrem Gelächter in die Tiefe reißen, durch Silva Oculi, ein Wald voller Augen, die sich für 1000 Jahre schließen, wenn man sie erschreckt, über hundertarmige Riesen, die von einer Grippe befallen sind und noch viel mehr. Mehrmals entrinnen sie nur knapp dem Tod und allmählich stellt sich die Frage, ob sie wohl jemals das Schloss der Hexe Orkula erreichen werden, um sie von ihrem Schluckauf heilen können. Denn nur dann können die Putzteufel aufgehalten werden. Doch die Zeit drängt, denn bereits in 13 Tagen werden die Teufel ganz Gravalon weggewischt haben.
Am Anfang fällt es zunächst etwas schwer sich in diese sehr fantasiereiche Welt entführen zu lassen und es braucht seine Zeit, bis man sich mit der Situation der Figuren identifiziert hat, doch je mehr man liest, desto spannender wird das originelle Buch. Besonders gegen Ende jagt ein Spannungshöhepunkt regelrecht den nächsten.
Mit den beiden Hauptprotagonisten lernt man zwei Kinder kennen, die sehr unterschiedlich sind und während ihren Abenteuern grundlegende Dinge erkennen. Zum einen das Großmaul Dina, die zum ersten Mal erkennt, dass es eben nicht immer clever ist alles hinauszuposaunen, was einen durch den Kopf geht, und zum anderen der schüchterne Lorenzo, der genau das Gegenteil lernt, nämlich etwas mutiger zu werden und den Mund eben doch hin und wieder mal aufzumachen.
Die Geschichte weist viele Parallelen zu der uns bekannten Märchen- und Sagenwelt auf. Dennoch beeindruckt sie auch mit weniger bekannten Gruselgestalten und Geisterwesen, die zum Teil so beschrieben sind, dass man während des Lesens lieber nichts essen sollte. Die meterhoch schleimniesenden Riesen, die einen wahrlich ekelhaft Geruch verbreiten oder die platzenden Eiterpickel auf Orkulas Kinn sind dabei nur zwei Beispiele. Insgesamt gesehen, ist das Buch genau für diejenigen etwas, die wie Dina ein Lexikon der Gruselwesen in ihrem Bücherregel stehen haben und ihrer Fantasie eine verrückte Fahrt mit und unter die Geisterbahn gönnen möchten.
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