Grace Flint, eine Heldin, wie sie nicht nur im Buche steht, sondern wahrscheinlich in jedem Spionagefilm zu sehen ist: Jung, attraktiv, ledig. So weit, so gewöhnlich und zumindest wahrscheinlich für viele männliche Leser auch spektakulär. Doch hinter dieser Fassade steckt - völlig entgegen dem Klischee - keine männermordende Kampfamazone, sondern eine intelligente, manchmal etwas arg impulsive und doch strategisch denkende Ermittlerin.
Der britische Autor Paul Eddy, legt mit seinem Thriller Grace Flint. Die 3. Mission den dritten Band um die Undercover-Agentin Grace Flint vor. Flint ist Mitglied der amerikanischen "Financial Strike Force" und gilt als die beste Undercover-Agentin weit und breit. Nach zwei erfolglosen Versuchen gelingt es ihr, sich über diverse Umwege in das Netzwerk des Geldwäschers Karl Gröber einzuschleusen. Ihr Versuch, einen Krieg zwischen ihm und seinem albanischen Verbündeten Carcani, Chef eines weltumspannenden Frauenhändlerrings, anzuzetteln, bleibt allerdings ein Versuch - ein gescheiterter, was die gesamte Operation "Payback" in Frage stellt. Dazu kommt, dass Flint langsam die Sache über den Kopf zu wachsen droht - und allmählich verschwimmt die Grenzlinie zwischen der Polizistin Grace Flint und der Killerin Flint. Denn Special Agent Flint und Karl Gröber haben eine gemeinsame Vergangenheit, und Grace will Rache. Doch die Agentin hat ihre Spuren nicht so gut verwischt, wie sie dachte, und jetzt zielt Gröber auf das Einzige, was Grace um keinen Preis verlieren will - ihren Sohn
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Paul Eddy gelingt es, die Fäden, die er in den ersten beiden Flint-Thrillern gelegt hat, aufzugreifen und zum Teil auf sehr überraschende Art und Weise neu zu verknüpfen. Flint kommt ihrem Ziel, Karl Gröber, zwar immer näher, doch je mehr sie sich am Ziel wähnt, desto unübersichtlicher wird die Situation - und so steht sie am Ende des dritten Bandes, der über einen höchst-explosiven Showdown verfügt, wieder mit leeren Händen da. Der Leser allerdings bleibt alles andere als leer zurück - zumindest die Vorfreude auf den vierten Band dürfte sich einstellen. Zudem sind dann doch noch zahlreiche Fragen offen: beispielsweise die, wer wirklich hinter Gröber steckt, ob es nicht doch einen Maulwurf innerhalb der Financial Strike Force gibt und welche Rolle Graces Psychiaterin tatsächlich spielt.
Man kann nur hoffen, dass Paul Eddy nicht all zu viel Inspiration aus seiner Tätigkeit als Journalist der Sunday Times bzw. als Leiter des "Insight-Teams", das sich investigativ mit der Aufdeckung von Wirtschaftsverbrechen, Geldwäsche und Drogen- und Menschenhandel beschäftigt, bezogen hat und vieles von dem, was er beschreibt, doch eher der Phantasie entsprungen ist. Vielleicht eine naive Hoffnung...
Die 3. Mission ist ein spannender und geschickt arrangierter Wirtschaftsthriller, dessen Lektüre, sieht man mal von ein paar wenigen schiefen Bildern und Metaphern ab, uneingeschränkt empfohlen werden kann. Nur all zu dünnhäutig sollte man nicht sein - es geht ordentlich zur Sache.
Paul Eddy Grace Flint. Die 3. Mission. Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann Fischer Taschenbuch Verlag, Juni 2008
554 Seiten, broschiert,EUR 8,95
ISBN-10: 3596176395
ISBN-13: 978-3596176397