Sie ist besessen von alten Dokumenten, von Geheimnissen, von ungelösten Kriminalfällen. Trotzdem zwingt sie sich zu einem Urlaub in Alaska, weit weg von allem, was sie sonst an ihren Schreibtisch fesselt. Doch auch in der Einöde lässt ihr Hobby sie nicht los. Ein alter Indianerfriedhof, ein verbotenerweise geschossenes Foto und ein Mord halten sie bald auf Trab.
Die ehrgeizige Journalistin Ronda Baker hat sich ihre drei Wochen Urlaub in Alaska redlich verdient. Alle sagen ihr, dass sie weg muss von ihrem Schreibtisch und den ungelösten Kriminalfällen, die sie faszinieren. Doch ihre Leidenschaft begleitet sie in Form eines alten Zeitungsartikels aus dem Jahr 1897, in dem es um den Mord an dem Indianerhäuptling der Cheskawee und das Verschwinden einer Gruppe Reisender geht.
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Ihre Neugier führt sie auf den Indianerfriedhof in Champaine und plötzlich steckt sie mitten in einem alten Mord, der bereits das Leben einer jungen Frau ruiniert hat. Denn die Cheskawee-Indianer sind immer noch überzeugt, dass der Tod ihres Häuptlings nicht gesühnt ist. Jeder der Nachkommen des Schuldigen muss sterben, doch plötzlich beginnt Ronda zu zweifeln, dass die Identität des Täters überhaupt bekannt ist. Was die Wahrheit ist, begreift sie erst, als es beinahe zu spät ist.
Ein längst zurückliegender Mord, der immer noch Auswirkungen auf die Gegenwart hat, die malerische Kulisse von Alaska, eine mutige Frau und jede Menge harter Kerle mit weichem Kern, das sind die Zutaten für Renate Behrs romantisch angehauchten Abenteuerroman. Kritiker mögen einwenden, dass diese Zutaten nicht unbedingt die originellste Mischung ergeben, trotzdem muss man der Autorin zugestehen, dass es ihr gelingt, sie zu einem spannenden, atomsphärisch ansprechendem Ganzen zusammenzufügen.
Nicht nur die Figuren wirken lebendig und sympathisch, auch die Schauplätze sind so geschildert, dass in dem Leser unwillkürlich die Sehnsucht nach der rauen Landschaft Alaskas wächst. Die Hinführung auf die Lösung geschieht stringent, auch wenn man sich bisweilen ein paar mehr Wendungen wünschen würde, falsche Spuren, die den Leser mehr zum Mitdenken zwingen. Doch dafür entschädigen ein rasantes Finale und ein Happyend, das die Romantiker unter den Krimifreunden erfreuen dürfte.
Der Autorin darf man also ein Lob aussprechen, leider gilt das gleiche nicht für den Verlag, der so ziemlich alles getan hat, um ein gutes Buch in die schlechtmöglichste Form zu pressen. Fehler unterlaufen auch dem besten Lektor, doch die Häufung, die sich in "Champaine 1897" findet, ist nachgerade ärgerlich. Da ist zum Beispiel die konsequente Verwendung des falschen Genitivs, "Lizzy’s", da sind fehlende Leerzeichen, eine fehlerhafte Groß- und Kleinschreibung. Hinzu kommt der krampfhafte Versuch, Papier zu sparen, indem Dialoge nicht abgesetzt sondern als Fließtext fortgeführt werden. Es lässt sich nur sagen: "Champaine 1897" hätte mehr verdient.
Geschrieben von RBE, am 01-07-2008 00:25, , Registriert
1. Hinweise zum Verlag
Als Autorin des hier rezensierten Romans würde ich gern etwas erklären: Der PersimplexVerlag hat sich 2007 sehr kurzfristig und mit einem erheblichen Aufwand für den Verlag bereit erklärt, meine beiden Romane, die ich vorher in einem Zuschußverlag veröffentlicht hatte, ins Programm zu nehmen. Innerhalb von einer Woche wurden Exemplare erstellt, die auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert wurden und da ich schon Temine für Lesungen hatte blieb für ein weitergehendes Lektorat gar keine Zeit. Deshalb haben wir uns entschlossen die Druckform zu übernehmen. Ab Roman 3 wird alles besser!
Geschrieben von Kritiker, am 30-06-2008 22:17, , Registriert
2. Bemerkung zur Rezension
Die Story hat auch mich überzeugt, nicht nur im Band 1, sondern auch im 2. Teil der Ronda-Baker-Reihe. Mir geht es in erster Linie um den Inhalt, der gut rüberkommt. Was die Rezensentin zum Layout des Buches schreibt, ist schon etwas starker Tobak, was nicht unbedingt in einer Rezension öffentlich erwähnt werden sollte. Dies kann man vorab mit dem Verleger und mit der Autorin abklären. Die Rezension schadet beiden. Im Übrigen hat ein Lektor nicht die Aufgabe, die Rechtschreibung zu überprüfen. Dies obliegt dem Korrektor. Ein Lektor sichtet den Inhalt, korrigiert Logikfehler .