Siegfried Lenz, der große Mann der deutschen Literaturszene erzählt zum ersten Mal eine Liebesgeschichte!
Er hat sich stets bescheiden, freundlich und unaufdringlich von allen spektakulären Auftritten fern gehalten. Still blieb er im Hintergrund und viel Aufhebens um sein Werk gab es nicht. Seine Bücher „Die Deutschstunde“ und
„ Heimatmuseum “ sind jedoch in den deutschen Klassenzimmern und Wohnstuben überall anzutreffen. Sein neustes Werk wird die Liebhaber seiner Prosa begeistern.
In dieser kleinen Novelle geht es um die Liebe, um Trennung, Schmerz, Verlust und Trauer.
Christian und Stella verbindet eine zarte, scheue und sehr erotische Beziehung. Sie ist 30 Jahre alt und Englischlehrerin, er ist ein 18 jähriger Gymnasiast. Verhalten und scheu gehen sie mit einander um. Selbst die intimste Szene ergeht sich lediglich in vagen Andeutungen.
Die Geschichte spielt in einem kleinen Ort an der Ostsee gegenüber den dänischen Inseln. Seefahrten, Bootswettbewerbe, Strandfeste und kleinere Ausflüge zum Steinmeer bilden den Rahmen der Handlung. Stella ist eine großartige Schwimmerin, eine ehrliche und gerechte Lehrerin und Christian bewundert sie.
Ein leiser Grundton von Trauer ist nicht zu überhören, der sich wie ein roter Faden durch die Handlung zieht, und es gibt einen Anlass dafür. Denn die junge Liebe wird jäh durch einen Unfall zerstört!
Beginnend mit einer Trauerfeier für Stella in der Schule und dem schönen Bachchoral „Wir setzen uns mit Tränen nieder...“ schweifen Christians Gedanken zurück zu einer Liebe, die kaum begonnen, schon der Vergangenheit angehörte. Eine Aussicht auf Dauer gab es nicht. Das Glück konnte nur für den Augenblick gelten.
{snippet=3}Der Sommer ist leicht und heiter. Man tanzt und singt zur Musik von Charles Ray und Benny Goodman. Unverkennbar sind die sechziger Jahre gemeint.
Mit liebevoller Hand zeichnet Lenz die Landschaft, die Menschen und das Glück der Liebe.
An diesem Ort herrscht kein Jugendkult, sondern Alt und Jung leben wohlwollend zusammen. Am Verhalten einzelner wird der Generationenunterschied hervorgehoben.
Stellas Vater zeigt Alterssymptome typischer Art: sein Interesse ist nur noch auf das Alltägliche gerichtet. Dazu gehören Essen und Trinken, die Wärme im Haus und die liebevolle Versorgung durch die Tochter. Christian hingegen ist voll jugendlichem Elan. Er hilft seinem Vater, einem Steinfischer, bei der Ablagerung von Steinen, die als Wellenbrecher dienen. Mag die Arbeit seine Männlichkeit gestärkt haben: er ist ein ebenbürtiger Partner für seine ältere Lehrerin, die in den besten Jahren ist. Sie ist schön, anmutig, schlank, gebildet und intellektuell beschlagen.
Ihre Zusammenkünfte sind selten und kurz, und die Gefühle überkommen sie, ohne dass sie wissen, was mit ihnen geschieht!
Siegfried Lenz bleibt sich treu, indem er seine Schilderung leise und unaufdringlich angelegt hat. Die Luft, das Meer, die Leichtigkeit der Jugend und die Mühsal des Alters: er versteht es, Stimmungen zu erzeugen, Gerüche und Geräusche zu vergegenwärtigen und mit seiner wohltuend ruhigen Prosa den Leser zu bezaubern. Die Erzählung wirkt echt und ehrlich nachempfunden. Sie ist leicht und schwer, zuweilen melancholisch und doch hoffnungsfroh. Diesem 82 jährigen Schriftsteller sind die Gefühle für alle Lebensphasen, eine jede zu ihrer Zeit, nicht abhanden gekommen. Man bewundert seinen Stil, die Kreativität seiner Gedanken und seiner Gefühle.
Unsere besondere Hochachtung muss dem Schriftsteller Siegfried Lenz für diese sensibel und feinfühlig erzählte Novelle gelten!