Eines Tages saß die Traumfrau weinend in Dougs Büro und ließ sich von ihm trösten. Sogar die Tatsache, dass sie fünfzehn Jahre älter war als er, konnte der Liebe der beiden nicht im Weg stehen. Märchen beginnen so, doch die Realität endet anders, als man es sich erträumt und wünscht. In Dougs Fall ist alles vorbei, bevor es wirklich begonnen hat.
Trotz der negativen Prognosen von Freunden und Familie wurde aus Doug und der fünfzehn Jahre älteren Hailey ein Traumpaar – jedenfalls bis zu ihrem tragischen Unfalltod. Das Unglück stürzt Doug in eine schwere Krise, er wird lustlos, lässt Privatleben und Job schleifen. Bis sich eines Tags seine flippige Zwillingsschwester bei ihm einquartiert und ihm ein Versprechen abringt: Ja zu sagen. Egal wozu.
Plötzlich bemerkt Doug, dass er nicht der einzige ist, der Probleme hat. Da ist Haileys Sohn aus erster Ehe, der sich immer wieder in Katastrophen manövriert, mit denen er um Dougs Aufmerksamkeit buhlt, da sind seine beiden Schwestern und ihre chaotischen Liebesbeziehungen und da ist seine Mutter, die mit ansehen muss, wie ihr Mann langsam das Gedächtnis verliert. Und noch eines erkennt er: Es gibt auch noch andere Frauen.
Ich hatte eine Frau, sie hieß Hailey. Ich habe sie verloren und mich dazu. So oder so ähnlich beginnt Jonathan Troppers Roman um einen großen Verlust und eine langsame Heilung. Nähert man sich als Autor einem derartigen Thema, so steht man immer vor der großen Kitschfalle, doch auch Humor ist gefährlich. Wie lacht man über den Tod?
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Jonathan Tropper löst diese Aufgabe, indem er den Liebesroman unversehens in eine Familiengeschichte verwandelt. Und das ist richtig witzig, wenn man die ersten zwanzig Seiten hinter sich gebracht hat, in denen der Ich-Erzähler sich vorstellt. Und jammert. Doch irgendwann kommt die Geschichte in Fahrt, und spätestens wenn die ganze verrückte Verwandtschaft sich die Ehre gegeben hat, ist der Leser bereit, sich auch auf ein bisschen Kitsch und Tränendrüse einzulassen.
Es gelingt Tropper erstaunlich gut, die Balance zwischen Peinlichkeit und Witz, zwischen Trauer und Optimismus so darzustellen, dass das Ergebnis im schlechtesten Fall lesbar, im besten richtig anrührend ist. Es gelingt ihm, Dougs Angehörige so zu schildern, dass sich jeder Leser insgeheim wünscht, dieser verschworenen Gemeinschaft voller Macken und Verletzungen, die dennoch so eisern zusammenhält, anzugehören. Natürlich ist klar, dass es solche Familien nur im Märchen oder in einem Albtraum gibt, und doch …
Fazit: Haarsträubender Familienwahnsinn zwischen Lachen und Tragik