In dem kleinen Küstenstädtchen Goldhaven siedeln nur wenige Menschen. Michael Gardiner ist mit seinen Eltern zugezogen. Sie ahnten nicht, wie argwöhnisch hier Außenseiter betrachtet werden und welche Schikanen man für sie parat hält. Der Vater, ein bekannter Naturfotograf, die Mutter und der Sohn werden zeitlebens Außenseiter bleiben.
Ein Netz von Einzelschicksalen führt zu einer Geschichte, in der Schikane, Geheimnis und merkwürdige Begebenheiten das Leben schwer erträglich machen. Versteckter und offener Argwohn unter den Einwohnern einer Kleinstadt; Liebe, Ehe und die Sprachlosigkeit zwischenmenschlicher Beziehungen bilden das zentrale Thema des atmosphärisch tief in die menschliche Psyche hineinleuchtenden Romans.
Michael Gardiner ist der Held: als Schüler ist er verpönt und wird drangsaliert von Malcolm Kennedy, der keine Gelegenheit auslässt, um ihn zu schikanieren. Wenn man sich ständig ausgegrenzt sieht, wird das Leben selbst zur Bedrohung und Angst, und jede Hilfe wird dankbar angenommen. Und so wird die alte Blumenliebhaberin Mrs. Collings zu einer wirklichen Freundin, bei der Michael Schutz findet, und von der er sich verstanden fühlt. Sie bietet ihm Anleitungen zum Leben, die er dankbar annimmt, die allerdings auch schreckliche Folgen haben.
Anzeige Eltern und Sohn bleiben sich fremd, da niemand die Schranke des Schweigens durchbricht, mit der sie sich dem Gespinst der unversöhnlichen Einwohnerschaft und deren Verfolgungen ausgesetzt sehen. Von Hundedreck in den Türritzen, von bösartigen Telefonanrufen bis zu offener Anfeindung reichend die Schikanen. Die Anmerkungen zu Gardiners missglückter Ehe zielen in die gleiche Richtung von Sprachlosigkeit und Unverständnis. Dass Michael sich zuletzt in eine Idee verrennt, in der er sich als Vater einer Tochter wähnt und zugleich eine Beziehung zu ihr aufbaut, die an die Geschichte von Lolita denken lässt, ist fast ein wenig zu viel des Sonderbaren. Die Handlung pendelt zwischen Krimi, realem Handeln und nachvollziehbarer Eigenbrötelei.
Burnside entwickelt aus einem Gespinst von Gerede, mythischen Geschichten, zu der die Spur des Teufels führt, und Kleinstadttratsch ein Zeitgemälde, das dem wahren Leben zu entsprechen scheint. Die Kleinstadtbewohner lassen sich aus der Enge ihres Denkens zu Handlungen hinreißen, die an Hass, Argwohn und Heimtücke nicht zu überbieten sind. In dieser Gesellschaft wird Angst, Missverstehen und die pure Verfolgung durch eine Gemeinschaft gezeigt, die von kleinlichem Geist, beschränkter Wahrnehmung und dem Gedanken an die Ausgrenzung Andersdenkender beherrscht wird. Poetische Passagen mit kargen und malerischen Naturbetrachtungen bilden einen ruhigen Kontrast und ergänzen doch die herbe Seite der Menschen. Die Romanversion ist eng an eine mögliche Realität angelehnt. Der Roman steigert sich zu einem beklemmenden und spannenden Thriller, den man mit angehaltenem Atem liest.