Lucy Sweeney hat viele Talente: Eines davon ist, sich immer wieder in haarsträubende Situationen zu manövrieren. Zwischen Kinderbetreuung, Elternsprechtagen und unbezahlten Kreditkartenrechnungen versucht sie, trotz allem eine gute Figur zu machen. Und da Ehemann Tom immer öfter außer Haus ist, fällt diese Figur auch anderen auf…
Mit drei Kindern ist das Chaos vorprogrammiert, und wenn man dann auch noch Lucy Sweeneys Talent für Katastrophen hat, dann ist das schon mal Grund für den ordnungsliebenden Gatten Tom, sich die Haare zu raufen. Ein Autoschlüssel im Kühlschrank und die dritte zerschnittene Kreditkarte in einer Woche sind eher die Regel als die Ausnahme. Und natürlich kann da auch das Gefühlschaos nicht ausbleiben. Tom ist zwar zuverlässig und vertraut, doch Robert – auch als Sexy-Hausmann-Dad bekannt - ist einfach genau das: sexy.
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Als dann zu der üblichen Elternclique auch noch ein amerikanischer Filmstar stößt, gerät das Gleichgewicht endgültig aus den Fugen. Zwischen römischen Kostümparties, die von der ehrgeizigen Elternsprecherin organisiert werden, und den verzwickten Dreiecksbeziehungen ihrer besten Freundinnen wächst eine ebenso leidenschaftliche wie leidenschaftlich bekämpfte Schwärmerei zwischen Lucy und Robert. Doch für das große Drama ist Slummy Mummy einfach nicht geschaffen.
Englischen Leserinnen ist Fiona Neills Heldin Lucy Sweeney vielleicht aus der Kolumne bekannt, die unter dem Titel „Slummy Mummy: Advice for the domestically challenged Lucy Sweeney“ in der Times erscheint. Dieses Wissen erklärt auch den leicht episodenhaften Charakter von Alles so weit im Griff, im dem Lucy ihren ersten Auftritt zwischen Buchdeckeln hat. Am Anfang fühlt der Leser sich vielleicht etwas überfordert von den überspitzten Figuren, die über lange Strecken nur durch ihre Spitznamen charakterisiert werden: Da gibt es Yummy Mummy No.1, Sexy-Hausmann-Dad, Alpha-Mum und andere.
Erst langsam entwickelt sich so etwas wie eine Handlung, die sich immer wieder um die komischen Verwicklungen um Lucy und ihren Beinahe-Seitensprung Robert dreht. Dabei ist die auf dem Buchdeckel beschworene Verwandtschaft mit Bridget Jones gut gewählt. Wie jene verfügt Lucy über eine beinahe sprichwörtliche Tollpatschigkeit, die sich immer wieder zwischen sie und den Seitensprung stellt. Auf die Dauer wirkt es allerdings ein wenig ermüdend, wenn zum dritten Mal der Kakao des Kleinkinds in das Auge des leicht entnervten Objekts der Begierde spritzt. Auch hier merkt man deutlich die Herkunft Lucys – die Kolumne, bei der diese Katastrophen nur in kleineren Dosen auftauchen.
Fazit: Bridget Jones für Verheiratete – amüsant, aber auch ein wenig vorhersehbar
Alles so weit im Griff Fiona Neill Englischer Titel: Slummy Mummy
Lübbe Verlag, April 2008
412 Seiten,broschiert, EUR 7,95
ISBN-10: 340415844X
ISBN-13: 978-3404158447