In den neunziger Jahren in London tobt eine übermütige Jugend durch die Nachtclubs und Bars der Stadt. Im Mittelpunkt des Geschehens steht eine wohlhabende Künstlerclique, die sich in Amüsierkneipen und im Rotlichtmilieu vergnügt. Drogen, Alkohol und Musik bestimmen das Leben der jugendlichen Lebenskünstler. Hier dreht sich das Karussell von Liebe und Lust, und jeder sucht nach dem großen Abenteuer.
Mit einem Streifzug durch London beginnt der Autor seine Erzählung vom Leben der Menschen, ihren Träumen, ihrem Versagen, Sex und ungewöhnlichen Lebenswegen.
Jahre später lebt, arbeitet und schreibt der Held und Icherzähler Dr. Jamal Khan, Psychoanalytiker, Sohn eines pakistanischen Vaters und einer englischen Mutter, in London, wo er zu einiger Berühmtheit gelangt ist. Unter seinen lebenslustigen Freunden wurde er mit der Zeit zum besonnenen und nachdenklichen Außenseiter, auf dem ein bedrückendes Geheimnis lastet.
Als Psychoanalytiker weiß Jamal durchaus den Patienten gegenüber seine Anonymität zu wahren: im Alltag aber ist er ein Mensch wie alle anderen auch. Von seiner Frau Josephine lebt er seit einigen Monaten getrennt. Sein bester Freund Henry ist ein Bohemien, mit dem er regen Gedankenaustausch betreibt, und seinem 12 jährigen Sohn Rafi gilt seine ganze Liebe, die jedoch meist auf einer freundschaftlichen Ebene Ausdruck findet.
Das Leben ist weitergegangen und erst nach Jahren treffen die Protagonisten aus den verschiedenen Weltgegenden erneut zusammen. Die Welt hat sich verändert und frühere Liebespaare denken melancholisch an vergangene Zeit und versuchen, alte Beziehungen wieder aufzufrischen.
Ajita, die indische Geliebte aus Jamals Jugendjahren, ihr Bruder Mustaq, homosexuell und reich, Henry und so viele Weggenossen, gute und böse, sie alle bieten reichlich Stoff für spannende Unterhaltung, die mit einer geheimnisvollen Mordgeschichte einhergeht.
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Jamals Erinnerungen an seine Studienzeit, seine Herkunft und seine Freunde liefern das Material zu einer malerischen und eindrucksvollen Beschreibung der Stadt, ihrer spezifischen Viertel und des damaligen Lebensgefühls.
Was hatte es z. B. mit Jamals großer Liebe zu Ajita während seines Studiums auf sich? Und was ist das für ein Geheimnis, das ihn so schwer bedrückt?
In seinem Roman greift Kureishi den täglichen Rassismus in London auf, und berichtet vom Leben in Pakistan. Während der islamische Terror mit seinen Anschlägen die westliche Welt überzieht, erscheint das Leben immer brüchiger.
Sein Roman um die Freuden und Leiden des Lebens, zeigt, wie die Liebe das Leben aller Beteiligten erfüllt, belastet oder bestimmt. Sehr offen geht Kureishi mit dem Thema Sex um, das über weite Bereiche von existenzieller Bedeutung bleibt. Hier werden z.T. die Schriften Freuds zur Kulturkritik seinen Triebtheorien mit eingebracht.
Skurrile, ausgeflippte, aparte, zarte und seltsame Menschen begegnen dem Leser auf jeder Seite.
Kureishi zeichnet das imponierende Bild einer heterogenen Gesellschaft, wie sie in der kosmopolitischen Stadt London anzutreffen ist. Vor allem aber zeugt die Geschichte von einem tiefen Menschenverständnis und der Kenntnis davon, was den einzelnen im Zenit seines Lebens umtreibt.
Sein wunderbares Gesellschaftsgemälde reicht bis in das beginnende 21. Jahrhundert hinein. Der Roman "Das sag ich dir" gehört zu den schönsten Büchern, die derzeit auf dem Büchermarkt zu finden sind.