Über zwanzig Autorenverbände warnen am Tag des Buches vor unseriösen Verlagspraktiken und Druckkostenzuschussverlagen.
"Mit großer Besorgnis über die unlauteren Praktiken von Verlagen, deren Verlagstätigkeit auf der Finanzierung ihrer Verlagsprodukte durch die von ihnen verlegten Autorinnen und Autoren beruht, und über die damit einhergehenden Auswirkungen weit über deren eigenes unmittelbares Tätigkeitsfeld hinaus wenden sich die unterzeichnenden Autorenverbände und literarischen Einrichtungen mit dieser gemeinsamen Erklärung an die Öffentlichkeit."
heißt es in der Fairlag Erklärung die heute auf einer Pressekonferenz vorgestellt wurde. Die Erklärung wird unter anderem vom Verband deutscher Schriftsteller, die österreichischen und schweizer Schriftstellerverbände und zahlreiche weiteren Autorenverbänden getragen.
"Immer öfter sehen sich Autoren-Interessenvertretungen mit Problemen konfrontiert, die aus der Zusammenarbeit von Autoren mit den in Deutschland als „Druckkostenzuschussverlage“ bezeichneten, in Österreich und der Schweiz als „Selbstzahlerverlage“ bekannten Verlagen entstehen, die gegenüber ihren Autoren gerne als „Dienstleister“ bzw. Verlage im üblichen Sinn auftreten und ihre von den Autoren selbst zu bezahlenden Dienstleistungen oft als branchenübliche Verlagsarbeit darstellen." heißt es weiter in der Erklärung.
Oft werde von Druckkostenzuschussverlagen schon im Vorfeld versucht, mit Abmahnungen und Drohungen versucht, negative Urteile über die Praktiken mancher Verlage zu verhindern:
»Schon vor der Veröffentlichung der »Fairlag-Erklärung« hat einer der Zuschussverlage juristische Schritte gegen die Unterzeichner der Erklärung eingeleitet. Es ist ungeheuerlich, dass ein Verlag, der sich mit dem Namen Goethe schmückt, mit repressiven juristischen Maßnahmen gegen Autoren und ihre Verbände vorgeht, die sich für faire Verlagspraktiken einsetzen«, erklärte Imre Török, Vorsitzender des VS in ver.di.