Ein Buch über die Keltenkönigin Cartimandua soll den wissenschaftlichen Ruf von Dr. Vivienne Rees endgültig begründen, doch alles, was sie erreicht, ist sich mit ihrem Lehrstuhl und ihrem Professor zu überwerfen. Schlecht recherchierte Fiktion, so lautet das vernichtende Urteil. Viv versteht die Vorwürfe, aber wie soll sie jemandem erklären, dass sie ihr Wissen von Cartimandua selbst bezieht?
Viv hat alles, was ihr eine erfolgreiche Karriere in Aussicht stellt: Sie ist jung, ehrgeizig, photogen und eine brillante Wissenschaftlerin, zudem ist sie der persönliche Schützling von Professor Hugh Graham. Doch all das endet, als sie mit ihrem Werk über die Keltenkönigin Cartimandua die Charts stürmt. Sogar ein Doku-Drama unter Mitarbeit der Schauspielerin und Redakteurin Pat ist geplant. Doch während sich Hughs Vorwürfe nur auf die angeblich schlechte Recherche beziehen, steht Viv vor einem ganze anderen Problem: Die Vergangenheit wird lebendig und ergreift immer stärker Besitz von ihr.
Es ist ein dramatisches Schicksal, das Schicksal der jungen Königin, die sich zwischen Liebe und Politik, zwischen der Treue zu ihrem Volk und der Staatsklugheit gegenüber den übermächtigen Römern aufgerieben sieht. Mit der Gabe der Weitsichtigkeit gesegnet, kann sie doch nicht verhindern, dass sie mit ihrem Ehemann Venutius kein Glück findet. Zu verschieden sind ihre Temperamente und politischen Ansichten. Doch jeder von ihnen hat eine Geschichte zu erzählen, die auch lange nach ihrem Tod noch an die Öffentlichkeit drängt. Ein verfluchtes Schmuckstück wird zum Katalysator einer Katastrophe.
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Eine starke junge Frau in der Gegenwart, eine in der Vergangenheit, eine dramatische Dreiecksgeschichte um Liebe und Verrat, das langsame Vermischen zweier Zeitebenen – kennen wir das nicht? Und müssen wir das wirklich noch einmal auf fast neunhundert Seiten lesen? Doch Barbara Erskines Historienschmöker entpuppt sich schnell als positive Überraschung. Episch angelegt, doch ohne Längen entwickelt sich das Wechselspiel der beiden Zeitebenen und gewinnt langsam sogar eine düstere Dramatik.
Besonders positiv ist zu erwähnen, dass bei der Figurenzeichnung vom gängigen Schema beliebter Frauenromane abgewichen wird, da der – natürlich intelligenten und schönen – Frau eine ebenbürtige Männerfigur an die Seite gestellt wird. Obwohl Hugh zunächst den Typ des trockenen Wissenschaftlers verkörpert, wird er immer mehr in die Geschichte hineingezogen, die unweigerlich ans Tageslicht drängt und unbedingt erzählt werden möchte. So kann Die Königin des Feuers allen empfohlen werden, die sich nicht nur für ein paar Stunden beschäftigen wollen sondern denen an niveauvoller Unterhaltung gelegen ist.
Fazit: Breit angelegtes Historienepos mit ungewöhnlich vielschichtigen Charakteren