Räuber zu sein ist toll, sehr toll sogar. Doch seit Grapsch Olli, seine Frau kennt, ist Schluss mit dem Räuberleben. Ständig hatte die Frau Angst, ihren Mann im Gefängnis wiederzusehen. Irgendwann ist Grapsch endlich zur Vernunft gekommen. Nun hat er zehn Jahre nicht mehr geraubt. Die Zahl zehn erinnert den Ex-Räuber an noch etwas. Er hat zusammen mit Olli zehn Kinder, die einen Zirkus übernommen haben und damit um die Welt reisen. Früher sind Grapsch und Olli mit herumgezogen. Doch nun sind sie alt und fühlen sich an ihrem Wohnort in der Nähe von Juckenau, im Rabenhorster Wald recht wohl.
Da es einige Tiere gibt, die zu alt für den Zirkus sind, kümmern sie sich um diese, bis sie sterben. Die Aufgaben sind geteilt. Olli melkt regelmäßig die Meerschweinchen, kocht, wäscht, kümmert sich um die Tiere, erledigt die Gartenarbeit und putzt. Grapsch hebt Gräber aus und gießt diese, wenn sie belegt sind. Zudem bewegt er das Klohäuschen von einem Ort zum anderen. Doch seit einiger Zeit liegt der Mann nur noch auf einer geraubten Ofentür am Sumpf. Immer öfter denkt er sehnsüchtig an die Räuberzeit zurück.
Ach wäre er doch nur endlich wieder Räuber. Es war so schön und langweilig war ihm damals auch nicht. Olli macht sich große Sorgen um ihn. Schon seit einiger Zeit muss sie seine Aufgaben erledigen, während er sich - auf der Ofentür sitzend - erinnert. Mit irgendetwas muss er sich doch ablenken lassen. Olli beschließt auf dem Kamel nach Jukenau zu reiten und sich umzuschauen. Vielleicht findet sie ja etwas. Ein paar Stunden später kommt sie wieder nach Hause und hat tatsächlich etwas gefunden. Sie ruft Grapsch, der nur wiederwillig ins Haus kommt.
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Doch mit dem, was er erblickt, kann er nichts anfangen. Olli hat eine Leinwand mit Farben, Mischpalette und dem ganzen drum und dran gekauft. Ihr Mann ist sehr skeptisch, lässt sich alles erklären und fängt mit der Malerei an. Schon nach einigen Stunden gerät er in Raserei und hört gar nicht mehr auf. Olli muss immer mehr Leinwände kaufen. Doch wohin mit dem fertigen Bildern? Zum Glück gibt es gibt einen Kunsthändler in der Stadt. Nix wie hin, denkt sich die Frau. Einen Versuch ist es wert. Kaum präsentiert sie dem Händler das Bild, bekommt sie 15.000 in die Hand gedrückt. Unglaublich, denkt sie sich. Schon bald haben sie und Grapsch mehrere Millionen auf dem Konto. Doch der Mann nimmt immer mehr ab und so muss ihn Olli auf Malentzug setzen, was schwer fällt. Schon bald hat Olli ein neues Hobby für ihn gefunden. Was das wohl für eins ist?
Die Geschichte "Neues vom Räuber Grapsch" ist sehr fantasievoll geschrieben. Immer wieder trifft der Leser auf sehr verwunderliche Wörter und Tatsachen. So gibt es "Thüringer Bratwürste" in der Wüste, es wird "Meerschweinchenkäsekuchen" gegessen und "Kamelspucke" hilft gegen alle äußerlichen Wunden. Die Autorin hat in diesem verrücktem Buch eine sehr fantasievolle Welt geschaffen, welche bestimmt nie existieren wird, jedoch an vielen Stellen der Geschichten sehr echt wirkt.
Es ist beeindruckend, wie man als Leser in eine völlig neue Welt eintaucht und alles um einen herum sehr real wirkt. Immer wieder stürzt sich Olli mit Grapsch in neue Abenteuer und man erlebt immer wieder neue Überraschungen, die man sich gar nicht hätte vorstellen können. Ich frage mich, woher die Autorin den unglaublich unerschöpflichen Einfallsreichtum hat. Die Geschichte ist sehr amüsant geschrieben, packend gehalten, unglaublich unterhaltsam und wunderbar zu lesen. Geschrieben ist sie mit viel Witz und Humor. Auch die weniger bedeutenden Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und kommen immer wieder in den Erzählungen vor.
Damit sich der Leser die Personen und Situationen besser vorstellen kann, gibt es sehr viele schwarz/weiß Zeichnungen. Grapsch ist darauf sehr lustig dargestellt, da er einen sehr langen Bart hat und über zwei Meter groß ist. So sehen alle anderen Gegenstände in seiner Umgebung sehr klein aus.
Die Geschichte zu lesen, ist ein unglaubliches Abenteuer, welches groß und klein begeistert und einfach nur zum Staunen bringt.
Gudrun Pausewang Neues vom Räuber Grapsch Illustrationen von Dorota Wünsch
Ab 6 Jahren
Ravensburger Buchverlag, 2008
320 Seiten, gebunden, 14,95 Euro
ISBN-10: 3473347256
ISBN-13: 978-3473347254