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Das Erbe des Bösen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Uli Geißler, am 05-06-2008 14:00
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Das Erbe des BösenBrutaler Verlust der Identität und eigenen Vergangenheit

Die Erwartung an den aktuellen Remes-Thriller sind hoch; doch das hat sich einer der besten Thriller-Autoren selbst erschrieben …Ohne Umschweife und mit treffsicherer Präzision gelingt es dem ausgezeichneten Rechercheur die Geschichte von Anfang an dicht und mitreißend zu erzählen. Rolf Narva, ehemaliger Top-Wissenschaftler finnischer Herkunft und inzwischen längst Pensionär wird unvermittelt mit seiner dunklen Vergangenheit konfrontiert.

Gleichzeitig sorgt sich Rolfs Sohn und Chef eines erfolgreichen Genforschungslabors in London, Erik um den alten Vater. Dessen distanziertes Verhalten bezüglich der Reise nach Berlin verunsichert den Mittfünfziger doch sehr. Seine Unruhe überträgt sich auch auf Katja, seine Frau und ganz sicher auch auf Ingrid, seine Mutter, Exfrau des Alten Herrn und mit unheimlicher, geradezu grausiger Berufserfahrung als Forscherin.

Als Erik unglaubliche Informationen zur Vergangenheit seiner Eltern im Nazi-Deutschland entdeckt, beginnt die anfänglich ganz normale Sorge um das Wohlbefinden des Vaters in geradezu panische Angst umzuschlagen. Rolf wird bei der Kontaktaufnahme mit seiner geheimnisvollen und stets gegenüber seiner Familie strikt verschwiegenen Vergangenheit entführt und schließlich von einem Auto überfahren und getötet. Sein Sohn samt Familie sind erschüttert, Erik angestachelt, die Wahrheit über die offensichtlich engen Beziehungen seiner Eltern väterlicherseits in der Nuklearforschung einerseits und - wie sich inzwischen ebenfalls nur noch schwer verleugnen lässt - mütterlicherseits in der Eugenik, also Forschung mit menschlichem Erbgut und der so genannten "Rassenhygiene".

Die Dramatik des Geschehens hat seine Ursache jedoch in ganz aktueller Hinsicht. Diese wieder hervorragende und gelungene Spezialität Ilkka Remes, derartige Bezüge zu schaffen, verbindet ein Vorhaben der Central Intelligence Agency (CIA) Iran durch einen Bombenanschlag in Londons Innenstadt ins Visier weltöffentlicher Aufmerksamkeit und Verachtung zu katapultieren, um militärische Interventionsoperationen moralisch zu "erden". Für diese Aktion sollen angeheuerte Bombenbastler gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland verstecktes und bombenfähiges, also angereichertes Uran nutzen. Das Versteck kannte neben Rolf Narva noch dessen Frau Ingrid, aber auch Rolf’s Ex-Geliebte, die offensichtlich verwirrte Katharina. Von all dem weiß Erik freilich lange nichts.

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Als wäre nicht alles schon unerträglich und für seine bislang angenommene Biographie verstörend genug, verschärft sich für Erik die Situation, als er selbst ins Visier von Verbrechern oder Terroristen oder beidem gerät. Offenbar gibt es nur noch Feinde, keinen Freund. Doch selbst im ohnehin fulminanten Ende offenbart sich in der Vielfalt der Enthüllungen und Geschehnisse eine weitere unerwartete und doch glaubhafte Wendung.

Die akribisch recherchierten Fakten und Daten verwebt der Finne so stimmig und absolut glaubhaft mit seinem fiktiven Plot, dass das Ergebnis geradezu dokumentarisch wirkt. Seine Figuren zeichnet er als detailreiche Charaktere, deren Gedanken, Empfindungen und Handlungen stets nachvollziehbar präsent und verständlich erscheinen. Ilkka Remes, der im wirklichen Leben Petri Pykälä heißt, legt mit seinem nun schon sechsten in Deutschland erschienen Band – wieder einmal - unübertroffene Thriller-Literatur vor.

Bibliographische Angaben

Ilkka Remes
Das Erbe des Bösen
Dtv, Mai 2008
528 Seiten, broschiert, EUR 14,90
ISBN 10: 3423246669
ISBN 13: 978-3423246668

 

 

 

 

 



Letztes Update: 05-06-2008 13:59

Veröffentlicht in : Buch, Krimi / Thriller
Schlüsselworte : Thriller; Nazi-Wissenschaftler; Hitlers Erfüllungsgehilfen; Zweiter Weltkrieg; Atomprogramm; Wissenschaft; Eugenik;
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