Wenn das Lied vom Tod erklingt, dann kann das nichts Gutes bedeuten. Das muss auch der Saarländer Spediteur Karlmann Reuss erkennen, denn wenig später ist er tot. Dass er regelrecht zerstückelt wird, bekommt er nicht mehr mit. Die Polizei steht vor einem Rätsel und der Täter ist überaus zufrieden mit sich.
Privatdetektiv Bruno Schmidt befindet sich in einer Sinnkrise. Der ehemalige Boxer weiß einfach nicht, was er in Zukunft mit seinem Leben anfangen will und ob der Weg, den er eingeschlagen hat, der richtige ist. Sein neuer Job, Kindermädchen und Bodyguard für die verwöhnte Managerin Dr. Friederike Meinolf, hilft da nicht, denn die Dame, die zwischen Dünkel und Todesangst hin und her gerissen wird, macht ihm das Leben ganz schön sauer.
Da eröffnet sich ihm unversehens ein Gegenentwurf zu seinem bisherigen Leben und zwar in Gestalt der ehemaligen Schauspielerin Jeanne Bissonier, die sich todkrank aufs Land zurückgezogen und dort ein Asyl für herrenlose Tiere eingerichtet hat. Als er den Hund eines Freundes zu ihr bringt, entdecken die beiden schnell ihre Gemeinsamkeiten und ihren gegenseitigen Respekt. Doch dann erklingt auch auf Friederikes Handy das Lied vom Tod.
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"Ein Lied vom Tod" ist der fünfte Fall des melancholischen Zweiflers Bruno Schmidt, und wieder ist seinem geistigen Vater Walter Wolter ein Fall gelungen, der seinen Helden nicht nur geistig und körperlich fordert, sondern der auch seine Stärken ins beste Licht rückt. Es gibt nicht viele deutsche Krimiautoren, denen es gelingt, ihren Figuren ein derart unverwechselbares Gesicht zu geben wie Wolter.
Unabhängig von dem jeweiligen Fall sind es einfach die Figuren, die den Leser unweigerlich in ihren Bann ziehen. Es sind zerrüttete, vom Leben gezeichnete Gestalten, allen voran Bruno "der Hammer" Schmidt und seine viel zu junge Freundin Silvi, doch auch die beiden Heldinnen Friederike und Jeanne überzeugen mit ihren vielschichtigen Persönlichkeiten, die das ganze Spektrum menschlicher Fehler und Eigenarten ausloten.
Zu Handlung und Figuren gesellt sich als I-Tüpfelchen des Lesegenusses die gut und anschaulich ausgestaltete Atmosphäre. Insbesondere in den Szenen zwischen Bruno und Jeanne schwebt ein Hauch von Melancholie in der Luft, der durch den bodenständigeren Handlungsstrang um die Morde gut ergänzt wird. So kann man sich alles in allem nur wünschen, dass Bruno Schmidt trotz aller Zweifel noch lange nicht in Rente geht, denn er bietet eine erfreuliche Abwechslung zum gängigen Krimi-Einerlei.
Fazit: Atmosphärischer Saarlandkrimi mit Figuren, die ans Herz wachsen