Die Zwillingsbrüder Jared und Simon ziehen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Mallory in das abgelegene Haus ihres Ururonkels Arthur Spiderwick, der einst auf geheimnisvolle Weise verschwand. Als Jared das von diesem verfasste "Handbuch der magischen Geschöpfe" findet, eröffnen sich ihm und seiner Familie Einblicke in eine parallel existierende, magische Welt voller Wichte, Feen, Gnome und Kobolde, die ihnen jedoch nicht alle wohl gesonnen sind …
Nach Lemony Snickets "Eine Reihe betrüblicher Ereignisse" und C.S.Lewis' "Die Chroniken von Narnia" bildet "Die Geheimnisse der Spiderwicks" einen weiteren Versuch, eine äußerst erfolgreiche Kinderbuchreihe auf die Leinwand zu bringen. Das Drehbuch von Karey Kirkpatrick ("Per Anhalter durch die Galaxis"), David Berenbaum ("Die Geistervilla") und John Sayles ("Men of War") enthält eine komprimierte Fassung der ersten bereits erschienenen Buchteile und entnimmt diesen unterschiedliche Handlungselemente, um so eine abgeschlossene, 96-minütige Handlung zu bilden.
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Filigrane Elfen und amphibische Gnome
Inspiriert von Tony DiTerlizzis liebevoll gestalteten Buchillustrationen, bietet Mark Waters' Werk eine Reihe visueller Highlights: Ein putziger Hauswichtel, äußerst filigrane Elfen und die zu diesen einen starken optischen Gegensatz bildenden, krötenartigen Gnome zeigen einmal mehr, was die Filmtechnik des 21. Jahrhunderts möglich macht und vermitteln dem Publikum den Eindruck einer zauberhaften, poetischen, und auch düsteren Zauberwelt.
Das Drehbuch kann die Qualität der Bilder über weite Strecken halten, ist stringent genug, um die notwendige Raffung der Ereignisse nicht negativ auffallen zu lassen und bildet so eine kindgerechte und spannende filmische Adaption der Vorlage, in der sich erzählte Handlung und visuelle Umsetzung vorteilhaft ergänzen. Auffallend ist jedoch, dass die Riege der Antagonisten weit stärker im Mittelpunkt steht als die freundlichen Wesen und es daher zum Teil schwierig wird, sich emotional mit diesen zu identifizieren und mit den Protagonisten um den Fortbestand ihrer Art zu bangen. Die Gegenspieler sind jedoch optisch so gelungen, dass es durchaus Freude macht, zu sehen, wie die amphibischen Gnome über Wiesen und Mauern hoppeln und sich der böse Oger Mulgarath in wechselnder Gestalt immer wieder um das ersehnte Buch bemüht. Die gestaltwandlerischen Fähigkeiten des Ogers, der als Mensch, Krähe, Schlange und, in seiner wohl gelungensten Form, als Art zürnender Naturgott mit allerlei Astwerk bedeckt, auftritt, trägt wesentlich zur Spannung der Handlung bei und bereichert den Film auch in visueller Hinsicht deutlich.
Belastete Mutter-Kind-Beziehung
Jungdarsteller Freddie Highmore (bekannt aus "Charly und die Schokoladenfabrik") meistert seine Doppelrolle als Brüderpaar auffallend gut und agiert auch im parallel zum Fantasyplot verlaufenden Handlungsstrang über eine komplizierte Mutter-Kind-Beziehung und die emotionalen Auswirkungen einer elterlichen Trennung durchwegs überzeugend. "Die Geheimnisse der Spiderwicks" zeichnet sich daher in Summe insbesondere durch visuelle Qualitäten aus, liefert jedoch auch eine kindgerecht erzählte, spannende Handlung und bietet so ein für ein junges Publikum durchaus empfehlenswertes Kinoerlebnis.
Nach der Buchvorlage von Holly Black (Autor) & Tony DiTerlizzi (Illustrator) "Die Spiderwick-Geheimnisse"
Regie: Mark Waters
Darsteller: Freddie Highmore, Sarah Bolger, David Strathairn, Mary-Louise Parker, Nick Nolte u.a.
Produzent: Mark Canton, Larry Franco u.a.
Kamera: Caleb Deschanel, ASC
Musik: James Horner
Drehbuch: Karey Kirkpatrick , David Berenbaum , John Sayles
FSK: Ab 6 Jahren
Verleih: Universal
Dauer: 96 Minuten