Endlich ein Ehemann und dann droht eine harmlose Diskussion über Feminismus alles zu zerstören. Endlich ein zuverlässiger Mitarbeiter und dann wagt er gleich Alleingänge. Endlich ein intelligenter Mann und dann glaubt er an Geister – die No.1 Ladies’ Detective Agency hat wieder einmal Hochkonjunktur!
Kaum hat Mma Ramotswe, die traditionelle Detektivin, die an Rotbuschtee und die Werte des alten Botswana glaubt, ihre wohlverdiente Pause angetreten, da werden sie und ihre frisch verlobte Sekretärin Mma Makutsi von einer Kobra bedroht. Nur das beherzte Eingreifen eines besonnenen Mannes rettet die beiden Damen – und löst eine angeregte Diskussion über Männer im Allgemeinen aus. Denn die haben ihre Macken und wer weiß das besser als eine Verheiratete und eine Verlobte.
Doch es gibt auch Arbeit, denn das Böse ruht auch in einem kleinen Land wie Botswana nicht. Eine Frau wird mit der Kündigung bedroht, nachdem sie herausgefunden hat, dass ihre Chefin Lebensmittel stiehlt. Doch auch die Chefin steht im Visier eines Erpressers. Gleichzeitig scheint das Land des kühnen Schlangenbezwingers von einem Fluch befallen zu sein. Ja, und dann ist da noch die Tatsache, dass jeder zu finden scheint, Mma Ramotswes Statur sei ein bisschen ... zu traditionell.
Anzeige Die Inhaltsangabe lässt es schon vermuten, es ist alles beim Alten im Staate Botswana. Zwischen den kleinen menschlichen Verfehlungen und den philosophischen Betrachtungen über Gut und Böse, Männer und Frauen, tummeln sich die alten Bekannten, die die Geschichten um die erste Frauendetektei seit eh und je so liebenswert machen.
Dass es trotz des gleichbleibenden Schemas nicht zu Ermüdungserscheinungen kommt, liegt wahrscheinlich daran, dass der sanfte Humor immer noch wirkt. Diesmal steht sogar die weise Mma Ramotswe selber unter Beschuss, denn das moderne Leben macht auch vor dem alten Botswana nicht halt, und der Schönheitswahn greift in Form einer Diät um sich. Doch die Leser dürfen beruhigt sein, auch diese Hürde meistert die patente Detektivin beinahe mühelos.
Alles in allem folgt Alexander McCall Smith mit sanftem Lächeln seinem Erfolgsrezept und weigert sich nach wie vor, den Forderungen nach Action und Blut nachzugeben. Mma Ramotswe bleibt sich und ihren Lesern treu und unterhält nach wie vor mit Ruhe, Witz und der Philosophie des Alltags.
Fazit: In Botswana nichts Neues – und das ist auch gut so!