Frühjahr 1945. Die fünfzehnjährige Gisela lebt zusammen mit ihrer hochschwangeren Mutter, der Großmutter und ihren drei jüngeren Geschwistern Harald, Erwin und Wolfi in Niederschlesien auf ihrem kleinen Hof. Im Februar kommt der schon voller Angst erwartete Evakuierungsbefehl, da die Russen mit der Ostfront immer näher rücken. Die Familie muss ihr Heim verlassen und kann nur das Allernötigste wie Kleidung und Essen mitnehmen.
Wehmütig nimmt die Familie Abschied von ihrem geliebten Zuhause, fürchtet, es nie wieder zu sehen. Sie wollen mit dem Zug nach Dresden zu Verwandten reisen. Auf dem Weg dorthin, bekommt die Mutter Wehen und muss den ohnehin völlig überfüllten Zug verlassen. Die Kinder setzten mit ihrer Großmutter die ungewisse Reise fort.
Auf einer Bahnhofsstation soll Gisela allein auf ihre Geschwister und das Gepäck aufpassen, damit die Großmutter neue Fahrscheine besorgen kann. "Ich verlass mich auf dich", sagt sie zu Gisela. Dann geschieht es: Fliegeralarm. Den Anweisungen folgend, rennen alle Menschen von Panik getrieben in die lebensrettenden Luftschutzbunker. Beim dabei entstehendem Trubel muss Gisela Gepäck zurücklassen und verliert zudem noch ihren Bruder Harald mit der Provianttasche aus den Augen. Zeit zum Suchen bleibt keine, erst viel später treffen sie sich in der Damentoilette eines Luftschutzbunkers wieder. Gisela ist glücklich, all ihre Geschwister wieder beisammen zu haben. Aber die Lage verschlimmert sich noch, als die Flieger tatsächlich Bomben abwerfen und der Bunker getroffen wird. Gisela und ihre Geschwister werden durch Trümmer in der Toilette eingeschlossen. Fenster und Türen sind verschüttet, Strom- und Wasserleitungen zerstört. Gisela hat nun die alleinige Verantwortung für ihre Brüder. Sie muss sich um alle kümmern, trösten und als Ersatz für die Mutter herhalten. Dabei stößt Gisela auch an ihre eigenen Grenzen. Müde von der Hektik, geplagt von Zweifeln und der Sorge ums Überleben schaut sie immer wieder auf ihre Leuchtzifferuhr. Die allein sagt ihr, wie lange sie schon im Dunklen sitzen. Es kann nicht mehr lange dauern, bis sie gefunden werden. An diese Hoffnung klammern sich die Geschwister.
Erzählt wird von einem Kriegsflüchtlings-Schicksal aus der Sicht der damals fünfzehnjährigen Gisela. Sie ist heute Großmutter und schenkt die Geschichte ihrer Enkeltochter zum sechzehnten Geburtstag, schildert darin, wir ihr Leben zu dieser Zeit, geprägt vom Bund Deutscher Mädel und den Gesprächen über den Krieg in der Familie, ausgesehen hat. Zum anderen will sie ihrer Enkeltochter vermitteln, wie sie ihren eigenen sechzehnten Geburtstag erlebt hat. Verschüttet in einem Luftschutzbunker. Sehr deutlich und eindrucksvoll wird beschrieben, vor welcher Herausforderung Gisela damals stand, als sie plötzlich die volle Verantwortung über ihre jüngeren Brüder hatte. Die vielen Rückblicke verdeutlichen in welcher Zerrissenheit sich das Mädchen befand, wie groß das Leiden war und die Sehnsucht nach Frieden.
Die dramatische Geschichte vermittelt ein trauriges Stück Geschichte, macht sehr betroffen und nachdenklich. Die Autorin kämpft mit ihrem Buch nachdrücklich gegen das Vergessen.