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Die Teufelshaube PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Frauke Schmickl, am 16-04-2008 11:00
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Favoriten 35

TeufelshaubeAnatomiethrill im 12. Jahrhundert

England, 1172: Rosamund, die Geliebte Henrys des II. stirbt an den Folgen einer grausamen Vergiftung. Der tobende König, überzeugt von der Schuld seiner machthungrigen und eifersüchtigen Gemahlin Eleanor von Aquitanien, droht das Land durch seinen Rachefeldzug in den Bürgerkrieg zu stürzen. Doch ist wirklich Eleanor für den Anschlag verantwortlich? Auf der Suche nach dem wahren Schuldigen gerät Adelia, die Totenleserin, in einen Strudel aus politischen Intrigen, Liebe und Hass….

"Die Teufelshaube" ist bereits der zweite Fall für die sizilianische Anatomin Vesuvia Adelia Rachel Ortese Aguilar, die in einem Zeitalter, in dem der Vorwurf der Hexerei noch durchaus tödlich enden kann, als alleinstehende Mutter Leichen seziert um auf Todesursachen zu schließen. Eingebettet in eine spannende Geschichte um Machthunger, Lügen und Intrigen besteht der wohl größte Reiz des Werks in den Pathologiekenntnissen des 12. Jahrhunderts, die die gesamte Handlung tragen und diese zügig vorantreiben. Als interessant gestaltete, kantige Protagonistin führt Adelia, die Totenleserin, durch einen rasant geschriebenen Kriminalfall in historisch anmutendem Umfeld, der bis zuletzt die Spannung hält, den Leser mit verstreuten Hinweisen geschickt ködert und zum Miträtseln reizt.

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So wird etwa gleich zu Beginn dramaturgisch wirksam ein Mörder eingeführt, dessen Identität jedoch im Dunklen bleibt, um Protagonistin und Leser Gelegenheit zu geben, die Bekanntschaft einiger Verdächtiger zu machen, auf die sich der gezielte Argwohn richten kann. Nachdem sich darüber hinaus noch einige weitere Handlungsstränge auftun, deren unterschiedlichste Zusammenhänge sich erst nach und nach auf verschlungenen Wegen erschließen, gibt es genug Geheimnisse zu erkunden und zu ergründen, um während der immerhin 435 Seiten keine Langeweile aufkommen zu lassen. Dazu trägt auch deutlich die klaustrophobische Stimmung bei, die immer wieder in den Handlungsorten aufgebaut wird, um die Spannung zu erhalten und die Protagonistin zu immer dringlicherer Suche nach Antworten auf die zahlreichen Fragen anzuregen.

Enttäuschend ist es daher, dass es die Autorin dem Leser am allzu abrupt herbeigeführten Ende des Romans nicht mehr gestattet, sich selbst an der Lösung des Falles zu beteiligen. Die schließlich zielführenden Hinweise stellen sich größtenteils als nur der Protagonistin zugänglich heraus, die in dieser zwar in klassischer Sherlock Holmes – Manier ein begabtes Kombinationstalent erkennen lassen, den Leser jedoch durch ihre Neuheit überraschen und vom eigentlichen Aufklärungsvorgang ausschließen. Was schade ist, da der anfängliche Aufbau des Werkes vieles erwarten lässt und sein Publikum gerade durch den hohen Anteil an Informationsvergabe und die so entstehende "Kollegenschaft" mit der Protagonistin bis zum Finale hin fesseln kann.

Bibliographische Angaben

Ariana Franklin Die Teufelshaube Droemer Verlag, März 2008
439 Seiten, gebunden, EUR 19,95
ISBN 10: 3426197405
ISBN 13: 978-3426197400


Letztes Update: 16-04-2008 10:48

Veröffentlicht in : Buch, Historischer Kriminalroman
Schlüsselworte : Ariana Franklin, Teufelshaube, Giftmord, Verschwörung, Anatomie, Henry II, Eleanor von Aquitanien, historisch, Krimi, Totenleserin
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