Im Paris des 19. Jahrhunderts erfährt die junge Archäologin Sarah Kincaid, dass sich ihr Vater in Lebensgefahr befindet. Begleitet von dem Wahrsager Maurice du Gard und verfolgt von einem mysteriösen Killer macht sie sich auf die Suche nach dem berühmten Archäologen und beginnt eine abenteuerliche Reise von Paris über Malta bis nach Alexandrien, wo sie auf die Spur eines der größten Geheimnisse der Antike stößt: Der verschollenen Bibliothek von Alexandria...
Die bloße Erwähnung uralter Geheimnisse um verschwundene Schätze, mysteriöse Bruderschaften und legendäre Herrscher übt auf viele Leser bereits einen starken Reiz aus. Werden diese Komponenten noch in eine spannende Handlung verpackt und in das viel zitierte 19. Jahrhundert übertragen, scheint das Interesse der Leserschaft vorprogrammiert. Dabei kann es jedoch passieren, dass des Guten zu viel getan wird und sich die eigentliche Handlung primär in der Funktion wiederfindet, zwischen vielen altbekannten und als besonders geheimnisvoll geltenden Elementen möglichst gleitende Übergänge zu schaffen.
Dies geschieht auch in Peinkofers Werk, indem die Protagonisten etwa die unliebsame Bekanntschaft eines geheimnisvollen Kapuzenträgers machen, geheimnisvolle uralte Relikte im Umlauf sind und sich auf diese Weise aus geheimnisvollen historischen Begebenheiten und als ebenso geheimnisvoll geltenden literarischen Versatzstücken schließlich ein Mosaik aus geheimnisvollen Gemeinplätzen bildet, welches von der vergleichsweise spärlich ausgefallenen Handlung merklich bemüht zusammengehalten wird.
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Dem an mysteriösen Rätseln interessierten Leser bietet sich demnach nichts Neues; die verarbeiteten Elemente sind bereits bekannt und lassen auch eine innovative Variation vermissen. Ebenso leidet die Charakterzeichnung der Figuren unter dem vergleichsweise geringen Raum, der ihr neben den dominanten Erzählbausteinen zugestanden wird und verharrt so, entgegen ihrer prinzipiell durchaus interessanten Grunddisposition, bereits in den Anfängen ihrer Entwicklung. Elemente wie Alexander der Große, der legendäre Leuchtturm von Alexandria und eine verschollene antike Bibliothek bieten jedes für sich ausreichend Stoff für mindestens einen eigenen Roman. In der „Flamme von Pharos“ jedoch bleibt für eine Konzentration auf einzelne Aspekte offenbar weder Raum noch Zeit.
Oberflächlich zitiert und angeschnitten, werden sie gerade ausreichend behandelt, um durch ihre Nennung eine Aura des Geheimnisvollen zu verbreiten, finden jedoch keinerlei tiefere Auseinandersetzung und verkommen so zu Instrumenten effekthascherischer Zurschaustellung. Einem an historischen Stoffen und antiken Rätseln interessierten Leser wird in Peinkofers Werk vieles bekannt vorkommen, der anfängliche Charme des Wiedererkennungswertes verblasst jedoch schnell angesichts der oberflächlichen Behandlung der Stoffe sowie der diese nur mühsam zusammenhaltenden, wenig innovativen Handlung.