Sechzig Lichter strahlten, als Lucy Strange ihre kleine Tochter in Indien zur Welt brachte. Ein einprägendes Erlebnis, das gleichzeitig Höhepunkt eines viel zu kurzen Lebens ist. Im 19. Jahrhundert wächst Lucy bereits in einem multikulturellen Umfeld auf. Mit britischen und indischen Wurzeln lebt sie im Schoße ihrer Familie in Australien, zusammen mit ihrem über alles geliebten Bruder. Bei der Geburt eines weiteren Kindes starb die Mutter und hinterließ einen gebrochenen Mann, der den Tod seiner geliebten Frau nie überwand.
Auch er schied zu früh aus dem Leben und hinterließ die Kinder dem nahezu unbekannten Onkel, der sie mit nach England nimmt, wo sie sich nie wirklich heimisch fühlten. Statt, wie andere Kinder, zur Schule zu gehen, mussten beide schon früh anfangen zu arbeiten und die Familie zu ernähren. Wo ihr Bruder sich eine feste Position in England mit Traumjob schaffte, gelang es Lucy nie ein Gefühl von Heimat zu entwickeln.
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Einziger Halt sind die Bilder, die sie festhält und ihr offener Blick für Details. Als ihr Onkel ihr nahe legt einen seiner Bekannten in Bombay zu heiraten, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Lucy reist ab, um den Mann zunächst einmal kennen zu lernen, begeht unterwegs aber folgenschwere Fehler, die ihr weiteres Leben stark beeinträchtigen. Sie lernt viel in der neuen Umgebung und wird zu einer reifen und selbstbewussten Frau. Zurück in England wird sie durch ihr Talent zu einer der ersten Fotografinnen im 19. Jahrhundert, doch das Schicksal mag immer noch nicht von ihr ablassen...
Ein Roman über eine junge Frau aus dem Schoße einer ungewöhnlichen Familie im 19. Jahrhundert. Die vielen Zeitsprünge zu Beginn des Romans, die auch in die Geschichte der Eltern zurück blicken lässt, verwirren einen beim Lesen zunächst stark, da man auf den ersten Blick nicht genau sagen kann, in wessen Geschichte man sich gerade befindet. Doch nach und nach lösen sich diese Einschnitte auf und man bleibt bei der jungen Frau und erlebt ihren Werdegang mit. Ab diesem Punkt ist der Roman auch sehr angenehm zu lesen. Insgesamt bewegt sich die Autorin jedoch noch recht oberflächlich durch die Geschichte. Ein bisschen mehr Tiefgang wäre wirklich wünschenswert gewesen.
Lucy Stranges Leben ist prall gefüllt mit Licht, Farbe und Abenteuer, auch wenn es schon mit 22 Jahren tragisch enden wird. Die Schicksalsschläge kommen mit Wucht, treiben sie von Australien nach England, weiter nach Indien und zurück nach Europa. Doch bei all dem bewahrt sich Lucy ihren offenen Blick für bezaubernde Details. Es ist dieses Talent, das Lucy zu einer der ersten Fotografinnen im 19. Jahrhundert werden lässt ? und den Leser verzaubert.