Skurrile Lebensmomente aus pessimistischem Blickwinkel
In 20 kurzen Erzählungen fabuliert David Schalko über Jäger und überdimensionale Hasen, Zukunftsgewissheit von 3 Sekunden, sprechende Vögel und andere skurrile bis fantastische Ereignisse.
Schalkos Erzählungen sind durchweg inhaltlich unkonventionell, jedoch nach einem sich wiederholenden Muster gestrickt: Momentaufnahmen aus dem Leben ungewöhnlicher Charaktere, skurrile Lebenssituationen und das darauf folgende Scheitern auf der Suche nach einem Ausweg im Zuge einer überraschenden Schlusspointe. Die Einbeziehung vereinzelter fantastischer Elemente wie sprechender Vögel oder der Fähigkeit, in die Zukunft zu blicken, erinnert dabei zuweilen an Roald Dahl, lässt dabei jedoch meist dessen feinen Sinn für schwarzen Humor vermissen.
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Stattdessen sind Schalkos Erzählungen zwar auf den Punkt gebracht, gerafft auf die Pointe hin formuliert und dadurch stilistisch sehr dynamisch, jedoch emotional düster, belastet und ohne den leichtfüßigen Charme, der Skurrilität von Verstörung unterscheidet. Findet man keinen emotionalen Zugang zu den Figuren, was bei Kurzgeschichten alleine schon aufgrund ihrer Komprimiertheit meist gar nicht möglich oder auch nur intendiert ist, ist die Gesamtstimmung der Erzählung entscheidend, die wiederum stark von der Schlusspointe abhängig ist.
Abgesehen von „Das Weihnachtsdinner“, welches in diesem Punkt eine erfrischende Ausnahme bildet, drehen sich die geschilderten Ereignisse meist um einen negativen Kern, aus dem es für die Charaktere, wie die Enden der Erzählungen dann noch einmal bekräftigen, auch kein Entkommen gibt. Die Innovationskraft in der Erschaffung origineller Szenarien und die stilistische Dynamik des Autors sind in Summe durchaus bemerkenswert, werden auf Dauer jedoch von der pessimistischen Grundstimmung des Werkes zunehmend belastet und haben daher einiges an Gewicht zu tragen.
Leichtes Amusement kann man aus diesem Grund durch „Wir lassen uns gehen“ kaum gewinnen, wer Roald Dahl mag, wird sich jedoch zumindest durch die ungewöhnlichen Szenarien teilweise positiv an diesen erinnert fühlen.