Das Mädchen hält sich einen Revolver an den Kopf, hinter ihr liegen die Leichen ihrer Pflegefamilie, Blutkritzeleien an den Wänden, sie selber im Nachthemd. Sie will sich töten, aber vorher möchte sie mit Smoky Barrett sprechen, einer FBI-Agentin, deren Narben tief genug sind, um dem Mädchen Vertrauen einzuflößen.
Smoky Barrett erlebt nicht viele gute Tage seit dem Tod ihres Mannes und ihrer Tochter. Nur ihre stumme Adoptivtochter Bonnie, Kind ihrer ebenfalls ermordeten besten Freundin, gibt ihrem Leben einen Sinn. Jetzt soll der ehemalige Star des FBI auch noch als Ausbilderin nach Quantico versetzt werden, da ihr furchtbar entstelltes Gesicht nicht mehr medientauglich ist. Doch ein grausamer Dreifachmord ändert alles, denn die einzige Überlebende des Gemetzels fordert ausgerechnet Smoky als Vermittlerin.
Dass das junge Mädchen nicht Täterin sondern Opfer ist, ist Smoky schnell klar, doch die Geschichte wird noch schlimmer. Offensichtlich wird die Fünfzehnjährige seit ihrer Geburt von einem Wahnsinnigen verfolgt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, jeden zu töten, den sie liebt. Smoky erkennt, dass sie erst begreifen muss, warum ein Mensch ein unschuldiges Mädchen so abgrundtief hassen kann, ehe sie hoffen darf, den Fall zu lösen.
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Der Todeskünstler ist der zweite Fall der schicksalsgebeutelten FBI-Agentin Smoky Barrett, und auch hier beweist Autor Cody McFadyen, dass er ein großer Anhänger von Extremen ist. Nachdem Smoky im ersten Band so gut wie alles verloren hat, trifft sie nun auf ein Opfer, dessen Schicksal mindestens ebenso extrem ist wie das ihre. Auch vor der Darstellung von Grausamkeiten schreckt der Autor nicht zurück. Dabei ist es weniger die detaillierte Darstellung von Blut und Gewalt sondern oft der psychologische Horror, der auf eine Weise zelebriert wird, der feinfühlige Leser durchaus erschüttern könnte.
So entsteht ein etwas zwiespältiger Eindruck, wenn man der Handlung folgt. Auf der einen Seite liest sich Smokys zweiter Fall spannend und flüssig und weckt gerade aufgrund des dargestellten Schreckens Anteilnahme, andererseits wünscht man sich doch bisweilen, der Autor würde einen Gang zurückschalten. Insbesondere das Ermittlerteam ist einfach zu perfekt, um wirklich glaubwürdig zu sein. Verletzt sind sie alle, auch äußerlich, aber selten sind so viele Figuren aufeinandergetroffen, aus denen die innere Schönheit so strahlt wie aus Smoky und ihrem Team.
Mit sechs CDs und einer Länge von insgesamt rund 430 Minuten fordert Der Todeskünstler dem Zuhörer einiges an Konzentration ab. Hierbei hilft die außergewöhnlich gute Lesung durch Franziska Pigulla, die den meisten wohl als Synchronstimme der Akte-X-Heldin Gillian Anderson bekannt sein dürfte. Ihre tiefe, leicht angeraute Stimme lässt die ganze Bandbreite der Gefühle lebendig wirken, ohne jemals aufdringlich oder übertrieben zu erscheinen.
Fazit: Gelungene Hörbuchversion eines spannenden Reißers