Tim ist 12 Jahre alt, ein Einzelkind und ein eher schüchterner Junge. Seine ziemlich geldgierigen Eltern arbeiten den ganzen Tag und so verbringt Tim die Nachmittage nach der Schule mit Computerspielen. Doch eines Tages stolpert er auf dem Nachhauseweg, als er gerade von seinem neuen, tollen Helikoptersimulationscomputerspiel träumt, über einen kleinen schwarzweißen Hund, der sein Leben verändern soll.
Tims Eltern haben ihm aber beigebracht, dass Hunde jede Menge Krankheiten übertragen können und so beachtet Tim den Hund erst gar nicht weiter und geht nach Hause. Doch der Hund folgt ihm. Tim wird ihn nicht wieder los und schließlich mogelt sich das Tier sogar mit ins Haus und veranstaltet dort jede Menge Chaos.
Tims Eltern sind sichtlich entsetzt und wollen den Hund natürlich so schnell wie möglich loswerden, aber wie alle kleinen Jungen, findet auch Tim immer mehr Gefallen an dem Hund. Da er ihn nicht behalten kann, beschließen sie aber, den Hund zurück zu den Besitzern zu bringen, die aber erst mal ausfindig gemacht werden müssen.
Anzeige
Und schon tut sich das nächste Problem auf: Der Hund heißt Grk und gehört zu einer Botschafterfamilie, die auf Grund einiger katastrophalen Krisen in ihrem Land abberufen wurden.
Tims Eltern wollen den Hund der Einfachheit halber nun in ein Tierheim stecken. Tim kann es nicht glauben und beschließt in einer Nacht- und Nebelaktion den Hund in das Land zu bringen, in dem seine Herrchen jetzt sind: Stanislavien. Er kauft zwei Flugtickets und macht sich auf einen Weg voller Abenteuer.
Der Anfang der Geschichte liest sich wirklich toll und ist außerdem ziemlich lustig. Man kann nur Mitleid haben, mit dem armen Jungen, der versucht seinen Eltern alles Recht zu machen, doch der Hund macht ihm einen Strich durch die Rechnung.
Am Anfang bekommt man den Eindruck, Tim ist ein sehr schüchterner und introvertierter Junge, da er sich kaum gegen seine Eltern durchzusetzen vermag. Doch im Laufe der Geschichte verhält Tim sich plötzlich total mutig und tut Dinge, die man ihm nie zugetraut hat. Doch eine richtige Entwicklung zu diesem mutigen Jungen, kann man nicht sehen und deswegen ist der Charakterwechsel etwas unglaubwürdig. Der Junge, der kaum Freunde zu haben scheint, keinen Sportkurs mitmacht und den ganzen Tag nur Computer spielt, fliegt plötzlich mit einem Flugzeug und einem Hund in ein fremdes Land, dessen Sprache er nicht spricht, ohne Reisegepäck und etwas zu essen. Dass er mit seinen 12 Jahren überhaupt fliegen kann, verdankt er dem Zufall, dass ihn zwei Polizisten wegen dem Hund begleiten und die Frau vom Flughafen denkt, Tim wäre eine berühmte Persönlichkeit. Dass ihr und auch anderen Tims Namen im Reisepass allerdings nichts sagt, scheint gar nicht aufzufallen.
Genauso erscheinen auch noch andere inhaltliche Dinge im Buch etwas zu unrealistisch und nehmen etwas den Lesespaß. Sieht man aber mal davon ab, ist die Geschichte doch recht spannend geschrieben. Man kann der Handlung gut folgen und das Geschriebene liest sich flüssig.
Joshua Doder Ein Hund namens Grk
(Oritinaltitel: A Dog Called Grk) Übersetzung von Franziska Gehm
Roman für Kinder
Beltz Verlag,
281 Seiten, gebunden, 12,90 Euro
ISBN: 978-3407799302