Wir schreiben das Jahr 1416 des Herrn, wenige Tage vor Palmsonntag, doch die Brüder des Klosters Bronnbach sind nicht in Feierlaune. Der Tod ihres Priors hat einen Inquisitor auf den Plan gerufen. Was viele für übertrieben halten, erweist sich bald als notwendig, denn dem ersten Toten folgen bald weitere.
Zusammen mit seinem jungen Begleiter Alkuin trifft Bruder Hilpert von Maulbronn wenige Tage vor Palmsonntag im Zisterzienserkloster Bronnbach ein, um den Tod des allseits unbeliebten Priors aufzuklären. Den Jungen schleust er bei den Novizen ein, da er nicht zu recht vermutet, dass ihm – dem Inquisitor – nicht die volle Wahrheit gesagt wird. Tatsächlich steht ihm jeder, sogar sein Jugendfreund Robert, eher skeptisch gegenüber. Und es bleibt nicht bei einer Leiche.
Bald wird deutlich, dass es sich nicht um einen bloßen Fall von Neid oder Gier handelt. Bruder Hilpert vermutet, dass hinter den Klostermauern Satansjünger ihr Unwesen treiben. Als nicht nur er, sondern auch Alkuin dem Täter beinahe zum Opfer fallen, wird die Zeit knapp. Doch Hilpert kann neben göttlichem Beistand auch auf die tatkräftige Hilfe des Vogtes Berengar von Gamburg rechnen, der den Kontakt zur Landbevölkerung hält.
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Das erste, was beim Lesen des Klappentextes von Die Pforten der Hölle auffällt, sind wohl die Parallelen zu Umberto Ecos Der Name der Rose. Ein Ermittler, dem der Autor selber einen Hang zu Sarkasmus attestiert, muss zusammen mit seinem jungen Schützling in einem Kloster seltsame Morde aufklären. Ein Bauernmädchen spielt eine Rolle, ebenso wie eine Reihe mehr oder minder schuldiger Mönche.
Dennoch soll an dieser Stelle nicht gesagt werden, dass Die Pforten der Hölle nur ein uninspirierter Nachzügler des großen Vorbilds ist. Dem Autor gelingt es schnell, die düstere Atmosphäre hinter Klostermauern aufzubauen und die zahlreichen Figuren überzeugend einzuführen. Zudem folgen die Morde in einer derartigen Schlagartigkeit aufeinander, dass dem Leser kaum die Zeit bleibt, Vergleiche anzustellen.
Im Gegensatz zu dem rasanten Anfang und Mittelteil wirkt die Aufklärung des Falles überraschend in die Länge gezogen. Diese wird in Form eines Tribunals vorgeführt, bei dem den Schuldigen, die Protagonist und Leser längst im Geiste überführt haben, reichlich Zeit zum Leugnen und Protestieren gegeben wird. Doch abgesehen von diesem eher behäbigen Schluss, ist Die Pforten der Hölle ein sorgfältig recherchierter, gut aufgebauter Klosterkrimi, der komplex genug ist, um über die ganze Länge zu fesseln.